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Neutralisierung Deutschlands
Vertragliche Neutralisierung Deutschlands, ohne daß Deutschland selbst in der Lage wäre, seine Neutralität aus eigener Kraft zu schützen, ist nicht möglich. Dauernde Demilitarisierung Deutschlands, vertragsmässige Neutralisierung Deutschlands würde in verhältnismässig kurzer Zeit zwangsläufig eine Lösung in sowjetrussischem Sinne und Interesse herbeiführen. Vor dem Ministerkomitee des Europarates in Straßburg am 3.8.1951, Redemanuskript, S. 16f., vertraulich, StBKAH 02.09.
Wenn Deutschland wirklich neutralisiert wäre, wenn dann die Integration Europas unmöglich wäre, würde Amerika Europa verlassen und dieses arme, zusammengebrochene Europa würde gegenüberstehen dem ungeheuren Koloß im Osten, der durch seine Unterminierung bei uns und durch seine Anhänger in Italien und in Frankreich es in verhältnismäßig sehr kurzer Zeit fertigbringen würde, auf diesem Wege des kalten Krieges seine Herrschaft über ganz Europa zu erstrecken. Rede in der Bonner Universität am 28.3.1952, Bulletin Nr. 38/52, S. 388.
Die Wiedervereinigung in einem neutralisierten und damit isolierten Gesamtdeutschland wäre eine Wiedervereinigung unter kommunistischem Vorzeichen. Interview mit der Politisch-Sozialen Korrespondenz, erschienen am 1.1.1956, Nr. 1, 5. Jg., S. 3.
Wenn alle anderen Staaten Waffen haben, dann ist der Staat, der nicht freiwillig, sondern gezwungen keine Waffen hat, ein Staat zweiter Klasse. Vor dem Bundesparteiausschuß der CDU am 16.5.1956, st. N., S. 14, ACDP VII-001-020/8.

Die Verträge, durch die die Bundesrepublik zum Partner der freien Welt geworden ist, sind kein Handelsobjekt. Jede Neutralisierung Deutschlands würde das Ende unserer Freiheit bedeuten und die Sicherheit Europas gefährden.

Interview mit James Reston während der Amerika-Reise 1955, Stenogramm.

Deutschland ist zu schwach, sich selbst wirksam zu verteidigen. Neutralisierung bringt dauernde Kontrolle und Unfreiheit. Im Falle eines Heißen Krieges zwischen den beiden Blocks wären wir Schlachtfeld.

Vor dem Deutschen Bundestag, 27.5.1955. Bulletin 99/55.

Eine Neutralisierung Gesamtdeutschlands würde den Kommunismus sehr bald an den Grenzen des französischen, belgischen und niederländischen Potentials wirksam werden lassen. Dann könnte er - wenigstens nach seinen Vorstellungen - in kurzer Zeit ganz Westeuropa in seine Machtsphäre einbeziehen. Und dann wäre er nach seiner Meinung stark genug, um den entscheidenden Gang mit der Weltmacht der Vereinigten Staaten wagen zu können. Somit wäre eine Neutralisierung Deutschlands der Anfang vom Ende nicht nur der gesamtdeutschen, sondern auch der europäischen Freiheit.

Interview mit "Politisch-Soziale Korrespondenz", 5.1.1956. Bulletin 3/56.

Ein neutralisiertes Deutschland will Sowjetrußland seit Jahr und Tag. Das aber würde bedeuten: Eine ständige Kontrolle Deutschlands, ob es sich tatsächlich auch so verhält: bündnislos und mit einer begrenzten Armee. Weiter würde es bedeuten, daß höchstwahrscheinlich die Vereinigten Staaten von Amerika ihre Politik in bezug auf Europa völlig ändern würden. Das Ende vom Liede wäre, daß auch ein wiedervereinigtes Deutschland, das bündnislos dasteht, in dieser weiter von höchsten Spannungen erfüllten Welt im Wege des Kalten Krieges von Sowjetrußland erobert würde.

Rede in Lüneburg, 14.4.1955. Bulletin 72/55.

Die Neutralisierung der Bundesrepublik würde nur dann praktischen Wert besitzen können, wenn es sich dabei um eine echte bewaffnete Neutralität handelte, d.h. wenn sich die Bundesrepublik, gestützt auf eine ausreichende Verteidigungsmacht, allen Versuchen eines bewaffneten Angriffs mit der Aussicht auf Erfolg widersetzen könnte. Das ist nicht der Fall.
Eine Neutralisierung aber, die sich lediglich auf ein internationales Übereinkommen stützt, bietet keinerlei Sicherheit dafür, daß die Macht der Entwicklung nicht achtlos über sie hinweggeht. Das deutsche Volk wäre in diesem Falle jedes realen Schutzes bar, der ihm heute aus seiner Partnerschaft in der Staatengemeinschaft der freien Welt zuteil wird. In ständiger Sorge vor der Entwicklung der nächsten Zukunft müßte es früher oder später unweigerlich dem Sog des Ostblocks anheimfallen. Damit wäre seiner Zugehörigkeit zu dem europäischen Zusammenschluß ein Ende gesetzt. Das würde aber den Untergang auch der anderen freien Nationen Europas nach sich ziehen.

Vor der Interparlamentarischen Union, London, 4.12.1951. Bulletin 18/51.

Wir sind ein schwaches und überaus exponiertes Land. Wir können aus eigener Kraft gar nichts vollbringen. Wir können nicht zwischen Ost und West ein Niemandsland sein; dann hätten wir nirgends Freunde und jedenfalls im Osten einen gefährlichen Nachbarn.

Interview mit Friedlaender, 5.3.1952. Bulletin 27/52.

Wir dürfen und werden aber dem Kommunismus nicht den kleinsten Türspalt öffnen, damit er in der Bundesrepublik seine Macht aufrichten und von hier aus ganz Europa versklaven kann.

Vorwort zum Tätigkeitsbericht "Deutschland im Wiederaufbau" 1955. Bulletin 240/55.

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