Adenauer,
Johanna Wilhelmine Caroline
Emma geb. Weyer

* 10.09.1880 in Köln

† 06.10.1916 in Köln

∞ 26.01.1904 in Köln

Erste Ehefrau von Konrad Adenauer

Übersicht:
1890-1897 Besuch des Lyzeums in Köln
1897-1898 Besuch der Erziehungs-Anstalt der Englischen Fräulein zu Würzburg (Mädchenrealschule)
1898-1901 Sprachstudium und Vorbereitung auf den Schuldienst

Biographischer Werdegang

Emma Weyer wurde als Tochter von Emmanuel Weyer (1836-1884), Direktor der Kölner
Rückversicherungsgesellschaft, und Emilie Weyer, geb. Wallraf (1849-1911) geboren.
Nach dem Besuch des Lyzeums in Köln absolvierte sie ein Jahr in der Erziehungs-Anstalt
der Englischen Fräulein zu Würzburg. Diese Mädchenrealschule fühlte sich den
Erziehungsidealen der Engländerin Mary Ward (1585-1645) verpflichtet. Neben der
Erziehung im christlichen Glauben standen die Unterrichtung der französischen und
englischen Sprache sowie Handarbeiten und Musik im Mittelpunkt.

Emma Weyer entschloss sich zu einem sechssemestrigen Sprachstudium und bereitete
sich auf den Schuldienst vor. Am 30. September 1901 bestand sie vor der Königlichen
Prüfungs-Kommission beim Provinzialkollegium in Koblenz die Prüfung und erhielt die
Befähigung zur Erteilung von Englisch- und Französisch-Unterricht an mittleren und
höheren Mädchenschulen.

Beziehung zu Konrad Adenauer

Im Sommer 1901 lernte sie Konrad Adenauer kennen, der wie sie in den Tennisclub
"Pudelnass" eingetreten war und kurz vor seiner Assessorprüfung im Oktober stand.
Am 21. Juni 1902 verlobten sich beide und heirateten am 26. Januar 1904 standesamtlich
und am 28. Januar 1904 kirchlich in der Pfarrkirche zu Lindenthal.

Die Hochzeit wurde im Hotel "Großer Kurfürst" gefeiert. Am selben Tag trat das junge Paar
eine vierwöchige Hochzeitreise (bis zum 24. Februar 1904) an, die sie in die Schweiz, nach
Südfrankreich und Norditalien führte. Sie besuchten Montreux, Genf, Marseille, Monaco,
Rapallo, Genua, Mailand, Lugano, Luzern, Basel und auf der Rückreise Freiburg/Breisgau,
Adenauers ersten Studienort. Am 5. Februar verspielte Adenauer im Casino von Monte Carlo
10 Francs und notierte den Betrag fein säuberlich in das Ausgabenbuch.

Ihr erste Wohnung bezogen sie in der Klosterstraße 70 in Köln-Melaten und zogen 1906
in die Friedrich-Schmidt-Straße 4 um. 1911 wurde dann das eigene Haus in der
Max-Bruch-Straße 6 in Köln-Lindenthal bezugsfertig.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Am 21. September 1906 und am gleichen Tag 1910
kamen die Söhne Konrad und Max zur Welt. Tochter Ria wurde am 7. Oktober 1912 geboren.
Eine leichte Rückgratverkrümmung, die nach der ersten Geburt ihre Nierenfunktion
beeinträchtigte, verschlimmerte sich über die Jahre und führte nach einer Pilzvergiftung
am 6. Oktober 1916 im Alter von 36 Jahren zu ihrem Tode.

Literaturhinweise

Hans Peter Mensing: Emma, Gussie und Konrad Adenauer. Mit den Töchtern Ria Reiners,
Lotte Multhaupt und Libet Werhahn, in: Dieter Zimmer (Hg.): Deutschlands First Ladies.
Die Frauen der Bundespräsidenten und Bundeskanzler von 1949 bis heute, Stuttgart 1998,
S. 33-62.

Hanns Jürgen Küsters