Konrad Adenauer wird am 20. September 1949 vom Präsidenten des Deutschen Bundestages, Erich Köhler, als erster deutscher Bundeskanzler vereidigt. (Quelle: Bundesregierung/Georg Munker)

08.jpgKonrad Adenauer, 1951

Konrad Adenauer, 1964. (Quelle: Bundesregierung/Unterberg)

Zeittafel
 
Kalendarium Konrad Adenauer Ereignisse
1949 Rede vor der schweizerischen Gruppe der Interparlamentarischen Union in Bern

Verkündung des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland

Wahl zum Mitglied des ersten Deutschen Bundestages im Wahlkreis Bonn

Konferenz mit führenden Unionspolitikern über die Bildung der ersten Regierungskoalition

Wahl zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Wahl zum ersten Bundeskanzler

Bildung der ersten Regierungskoalition aus CDU/CSU, DP und FDP

Verkündung des Alleinvertretungsanspruchs der Bundesrepublik Deutschland für ganz Deutschland

Verhandlungen mit der Alliierten Hohen Kommission über das "Petersberger Abkommen"

Vereinbarung der Vier Mächte zur Beendigung der Blockade der Westsektoren Berlins

Genehmigung des Grundgesetzes durch die drei westlichen Militärgouverneure

Tagung des Rats der Außenminister der Vier Mächte in Paris

Verabschiedung der "Düsseldorfer Leitsätze" der CDU (Soziale Marktwirtschaft)

Wahl zum ersten Deutschen Bundestag

Wahl von Theodor Heuss zum Bundespräsidenten

Konstituierung des Deutschen Bundestages und des Bundesrates

Inkrafttreten des Besatzungsstatuts für die Bundesrepublik Deutschland

Gründung der Deutschen Demokratischen Republik auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone

1950 Treffen mit dem französischen Außenminister Schuman in Bonn

Vorschlag zur Schaffung einer deutsch-französischen Union mit dem ersten Schritt der Bildung eines Wirtschaftsparlaments

Appell zur Wiederherstellung der deutschen Einheit durch freie, gesamtdeutsche Wahlen zu einer Verfassunggebenden Nationalversammlung

Unterstützung des Schuman-Plans und des Beginns von Regierungsverhandlungen

Memorandum über die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland mit der Forderung des Aufbaus von Verteidigungstruppen der Bundesrepublik im europäischen Rahmen als Gegengewicht zur kasernierten Volkspolizei in der DDR

Memoranden über die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und Berlins sowie die Neuordnung der Beziehungen zu den drei westlichen Besatzungsmächten

Wahl zum Bundesvorsitzenden auf dem ersten Bundesparteitag der CDU in Goslar

Bekanntgabe eines Arbeitsbeschaffungsprogramms durch die Bundesregierung

Unterzeichnung der "Saarkonventionen" zwischen Frankreich und dem Saargebiet

Vorschlag des französischen Außenministers Schuman zur Gründung einer europäischen Hohen Behörde für Kohle, Eisen und Stahl

Konferenz der Außenminister der drei Westmächte über die Deutschlandpolitik in London

Ausbruch des Korea-Krieges

Vertrag zwischen der DDR und Polen über die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze (Görlitzer Vertrag)

Verkündung des Pleven-Plans für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG)

Konferenz der Außenminister der drei Westmächte in New York

Vorschlag der DDR zur Bildung eines gesamtdeutschen konstituierenden Rates

1951 Zusätzliche Übernahme des Amtes des Bundesministers des Auswärtigen

Besuch in Paris anlässlich der Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl

Staatsbesuch in Italien: Gespräche mit Ministerpräsident de Gasperi und Außenminister Graf Sforza in Rom

Vorschlag zur Prüfung der Voraussetzungen für die Abhaltung gesamtdeutscher Wahlen durch eine Kommission der Vereinten Nationen

Verhandlungen mit den Außenministern der drei Westmächte in Paris über den Generalvertrag über die Beziehungen zwsichen der Bundesrepublik Deutschland und den drei Mächten

Staatsbesuch in Großbritannien: Gespräche mit Premierminister Churchill und Außenminister Eden in London
Inkrafttreten der ersten Revision des Besatzungsstatuts

Verabschiedung des Gesetzes über die Finanzausgleichszahlungen der Länder

Verabschiedung des Gesetzes über den Bundesgrenzschutz

Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS / Montanunion) in Paris

Verabschiedung des Gesetzes über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer in der Montanunionindustrie (Mitbestimmungsgesetz)

Beendigung des Kriegszustandes der drei Westmächte mit Deutschland

Konferenz der Außenminister der drei Westmächte in Washington

Bildung des Bundeslandes Baden-Württemberg nach einer Volksabstimmung
1952 Unterzeichnung des "Vertrages über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den drei Mächten" in Bonn (Deutschlandvertrag / Generalvertrag)

Unterzeichnung des Vertrages über die Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in Paris

Unterzeichnung des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staate Israel und der "Conference on Jewish Material Claims against Germany" über Wiedergutmachungs-leistungen in Luxemburg

Bundesparteitag der CDU in Berlin
Notenwechsel der Vier Mächte über die Wiederherstellung der deutschen Einheit (u. a. Stalin-Note)

Verabschiedung des Gesetzes über Arbeits-vermittlung und Arbeitslosenversicherung

Inkrafttreten des Vertrages über die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)

Inkrafttreten des Gesetzes über den Lastenausgleich (Lastenausgleichsgesetz)

Auflösung der Sozialistischen Reichspartei (SRP)
1953

Beschluss der Außenminister der EGKS-Staaten über die Annahme des von der Ad-hoc-Versammlung ausgearbeiteten Verfassungsentwurfs für eine Europäische Politische Gemeinschaft

Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten von Amerika: Gespräche mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles in Washington (D.C.)

Staatsbesuch in Kanada: Gespräche mit Ministerpräsident St. Laurent in Ottawa

Gespräch mit Premierminister Churchill in London

Wiederwahl zum Bundeskanzler

Bildung der zweiten Regierungskoalition aus CDU/CSU, BHE, DP und FDP

Unterzeichnung des "Londoner Schulden-abkommens"

Verabschiedung des Deutschlandvertrages und des EVG-Vertrages im Deutschen Bundestag

Inkrafttreten des deutsch-israelischen Wiedergutmachungsabkommens

Verabschiedung des Gesetzes über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenengesetz)

Volksaufstand in Ost-Berlin und in der DDR

17. Juni aufgrund Gesetz Tag der deutschen Einheit

Wahlen zum zweiten Deutschen Bundestag
1954 Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, Großkreuz in besonderer Ausführung

Staatsbesuch in Griechenland und in der Türkei

Verleihung des Karls-Preises der Stadt Aachen

Außenministerkonferenz der EVG-Staaten in Brüssel

Neunmächte-Außenministerkonferenz in London

Unterzeichnung des Deutschlandvertrages, des Beitrittsvertrags der Bundesrepublik Deutschland zur NATO und zur WEU (Pariser Verträge) sowie des Saarstatuts zwischen Deutschland und Frankreich

Gespräche mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles in Washington (D.C.)
Viermächtekonferenz der Außenminister in Berlin

Erklärung der sowjetischen Regierung zur Souveränität der DDR

Erneute Wahl von Theodor Heuss zum Bundespräsidenten in Berlin (West)

Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft in der Schweiz durch die Mannschaft des Deutschen Fußballbundes

Scheitern des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG) in der französischen Nationalversammlung

Gesetz über die Gewährung von Kindergeld und die Einrichtung von Familienausgleichskassen
1955 Treffen mit dem französischen Ministerpräsidenten Mendès France in Baden-Baden

Besuch des iranischen Kaisers Schah Mohammed Reza Pahlavi und Kaiserin Soraya

Rücktritt vom Amt des Bundesministers des Auswärtigen

Koalitionskrise zwischen dem Gesamtdeutschen Block (GB/BHE) und der CDU/CSU

Verhandlungen mit der sowjetischen Führung in Moskau über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der UdSSR und der Freilassung der restlichen deutschen Kriegsgefangenen

Verkündung der "Hallstein-Doktrin"

Koalitionskrise zwischen CDU/CSU und FDP
Erklärung der sowjetischen Regierung über die Beendigung des Kriegszustandes mit Deutschland

Inkrafttreten des Deutschlandvertrages

Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO und zur WEU

Konferenz der Staats- und Regierungschefs der Vier Mächte in Genf unter Beteiligung von Beobachter-delegationen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

Verabschiedung des Freiwilligen-Gesetzes als Grundlage für den Aufbau deutscher Streitkräfte

Souveränitätserklärung der DDR im Vertrag über die Beziehungen zwischen der UdSSR und der DDR

Ablehnung des Saarstatuts durch Volksabstimmung an der Saar

1956 Begrüßung der ersten freiwilligen Soldaten in Andernach

Auseinandersetzungen zwischen der CDU/CSU und dem Dehler-Flügel der FDP

Gespräche mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles in Washington (D.C.)

Gespräche mit dem indischen Ministerpräsidenten Nehru in Bonn


Rede vor den Grandes Conferences Catholiques in Brüssel

Erste Arbeitssitzung des Bundeskabinetts in Berlin (West)

Umbildung der Bundesregierung

Gespräche mit Ministerpräsident Mollet in Paris

Grundsatzerklärung des saarländischen Landtags über die Angliederung des Saargebietes an die Bundesrepublik Deutschland

Rede Chruschtschows auf dem XX. Parteitag der KPdSU (Verurteilung des Personenkults um Stalin)

Verabschiedung des Zweiten Wohnungsbaugesetzes (Wohnungsbau- und Familienheimgesetz)

Verabschiedung des Wehrpflichtgesetzes (Einführung der allgemeinen Wehrpflicht) im Deutschen Bundestag

Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) durch das Bundesverfassungsgericht auf Antrag der Bundesregierung

Volksaufstand in Ungarn

Bewaffnete Auseinandersetzung um den Suez-Kanal
1957

Unterzeichnung des Vertrages zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und des Vertrages zur Gründung der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom) in Rom (Römische Verträge)

Gespräche mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles in Washington (D.C.)

Staatsbesuch in Österreich: Unterzeichnung des Vertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Österreich zur Regelung vermögensrechtlicher Beziehungen

Abbruch diplomatischer Beziehungen zu Jugoslawien aufgrund der "Hallstein-Doktrin"

Wiederwahl zum Bundeskanzler

Bildung der dritten Regierungskoalition aus CDU/CSU und DP

Konferenz der Regierungschefs aller NATO-Staaten in Paris

Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland

Inkrafttreten des Gesetzes über die Reform der Rentenversicherung für Arbeiter und Angestellte (Einführung der "Dynamischen Rente")

"Göttinger Manifest" gegen eine atomare Bewaffnung der Bundeswehr

Beschluss des Bundesverfassungsgerichts über die Geltung des Grundgesetzes für Berlin (West)

Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts (Gleichberechtigungsgesetz)

Errichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Wahlen zum dritten Deutschen Bundestag (Gewinn der absoluten Stimmenmehrheit von CDU und CSU)

Start des ersten künstlichen Erdsatelliten "Sputnik I" von sowjetischem Territorium
1958 Geheimgehaltener Vorschlag gegenüber der sowjetischen Regierung über einen Neutralitäts-status entsprechend dem Österreichs für die DDR

Gespräche mit dem italienischen Ministerpräsidenten Fanfani in Bonn

Gespräche mit dem italienischen Ministerpräsidenten Fanfani in Cadenabbia

Gespräche mit dem französischen Ministerpräsi-denten de Gaulle in Colombey-les-deux-Églises

Gespräche mit dem französischen Ministerpräsi-denten de Gaulle in Bad Kreuznach
Inkrafttreten des EWG-Vertrages und des Euratom-Vertrages (Römische Verträge)

Vorwürfe von Heinemann und Dehler im Deutschen Bundestag an die Bundesregierung wegen Missachtung der Vorschläge Stalins zur Wiedervereinigung Deutschlands 1952

Diskussionen um die Notwendigkeit einer modernen atomaren Ausrüstung der Bundeswehr

Protestwelle der SPD, unterstützt durch den DGB: "Kampf dem Atomtod"

Berlin-Ultimatum Chruschtschows

Auflösung der Europäischen Zahlungsunion (EZU)
1959 Gespräche mit dem amerikanischen Außenminister Dulles in Bonn

Gespräche mit dem britischen Premierminister Macmillan in Bonn

Gespräche mit dem italienischen Ministerpräsidenten Segni in Bonn

Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten

Gespräche mit dem französischen Ministerpräsi-denten Debré in Bonn

Rückzug von der Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten

Gespräche mit dem japanischen Ministerpräsidenten Kishi in Bonn

Gespräche mit dem amerikanischen Präsidenten Eisenhower in Bonn

Gespräche mit dem Präsidenten von Guinea, Sekou Touré, in Bonn

Konferenz der Staats- und Regierungschefs der drei Westmächte und der Bundesrepublik Deutschland in Paris
Inkrafttreten des Europäischen Währungs-abkommens von zehn westeuropäischen Staaten über die freie Konvertibilität

Inkrafttreten erster Maßnahmen zum Abbau der Handelsschranken zwischen den EWG-Staaten

Ausgabe der ersten Volksaktien (Preussag) und Privatisierung von Teilen des industriellen Bundesvermögens

Viermächte-Außenministerkonferenz in Genf

Tod des amerikanischen Außenministers Dulles


Wahl von Heinrich Lübke zum Bundespräsidenten in Berlin (West)

Besuch des sowjetischen Partei- und Regierungs-chefs Chruschtschows in den Vereinigten Staaten von Amerika

Verabschiedung eines neuen Grundsatzprogramms der SPD auf dem Parteitag in Bad Godesberg

Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren (Atomgesetz)

Schändung der Synagoge in Köln

1960 Weltreise Vereinigte Staaten von Amerika (New York - Washington, D.C. - Los Angeles - San Francisco - Honolulu - Japan:
Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ben Gurion in New York
Gespräch mit UN-Generalsekretär Dag Hammerskjöld in New York
Gespräche mit dem amerikanischen Präsidenten Eisenhower in Washington (D.C.)
Gespräche mit dem japanischen Ministerpräsidenten Kishi und Außenminister Fujiyama in Tokio

Gespräche mit dem britischen Premierminister Macmillan in Bonn

Gespräche mit dem französischen Ministerpräsi-denten Debré in Bonn
Gründung der Europäischen Freihandelszone (EFTA)

Scheitern der Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs der Vier Mächte in Paris

Gesetze über die Privatisierung des Volkswagenwerkes

Proklamation Willy Brandts zum Kanzlerkandidaten der SPD für die Bundestagswahlen 1961

Wahl von John F. Kennedy zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

Umwandlung der OEEC in die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
1961

Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle in Paris

Konferenz der Staats- und Regierungschefs der EWG-Staaten in Paris

Gespräche mit dem britischen Premierminister Macmillan in London

Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle in Bonn

Gespräche mit dem amerikanischen Präsidenten Kennedy in Washington (D.C.)

Konferenz der Staats- und Regierungschefs der EWG-Staaten in Bonn

Gespräche mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Johnson in Bonn

Besuch in Berlin (West)

Nach Ankündigung des Rücktritts in zwei Jahren Abschluss der Koalitionsverhandlungen

Wiederwahl zum Bundeskanzler

Bildung der vierten Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP

Gespräche mit dem amerikanischen Präsidenten Kennedy in Washington (D.C.)

Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Verfassungswidrigkeit der Gründung der "Deutschland-Fernseh-GmbH" durch die Bundesregierung

Aufwertung der D-Mark um 4,75 Prozent

Wahl von Franz Josef Strauß zum Vorsitzenden der CSU

Treffen des amerikanischen Präsidenten Kennedy mit dem sowjetischen Partei- und Regierungschef Chruschtschow in Wien


Unterzeichnung des Staatsvertrags durch die Ministerpräsidenten der Länder über ein bundeseinheitliches zweites Fernsehprogramm

Verabschiedung des Bundessozialhilfegesetzes im Deutschen Bundestag

Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer (312-DM-Gesetz)

Mauerbau an der Sektorengrenzen von Ost- nach West-Berlin, Abriegelung der Stadtgrenze und Sperrung des innerstädtischen Verkehrs auf Anordnung der DDR-Behörden

Wahlen zum vierten Deutschen Bundestag

Verurteilung des früheren SS-Obergruppenführers Adolf Eichmann zum Tode in Jerusalem

1962 Gespräche mit dem britischen Premierminister Macmillan in Bonn

Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle in Baden-Baden

Vorschlag eines "Burgfriedens" mit der Sowjetunion

Staatsbesuch in Frankreich: deutsch-französische Militärparade auf dem Schlachtfeld des Ersten und Zweiten Weltkrieges Mourmelon und Pontifikalamt in der Kathedrale von Reims

Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle während des Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland

Gespräche mit dem amerikanischen Präsidenten Kennedy in Washington (D.C.)


Koalitions- und Regierungskrise wegen der "Spiegel-Affäre"

Nach Bestätigung des angekündigten Rücktritts im Herbst 1963 Fortsetzung der Regierungskoalition von CDU/CSU und FDP

Übergang zur Zweiten Stufe des Gemeinsamen Marktes (1962-1965)

Verabschiedung der ersten Marktordnungen des Europäischen Agrarmarktes

Beschluss des Deutschen Bundestages über eine beschränkte Finanzierung der Parteien durch den Staat

Scheitern der Bemühungen zur Schaffung einer Politischen Union auf der Außenministerkonferenz der EWG-Staaten in Paris

Ermordung Peter Fechters durch DDR-Grenzposten bei seinem Fluchtversuch nach Berlin (West)

Kuba-Krise wegen der Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf der Insel

Verhandlungen über die Vertiefung der deutsch-französischen Zusammenarbeit

Beratungen von Vertretern der CDU, der CSU und der SPD über Möglichkeiten einer Großen Koalition unter der Kanzlerschaft Adenauers

1963 Unterzeichnung des Vertrags über die deutsch-französische Zusammenarbeit in Paris

Bekräftigung der Absicht zum Rücktritt im Herbst

Vereinbarung mit Vertretern der Regierungsparteien über eine Präambel in dem Zustimmungsgesetz zum Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit

Besuch des amerikanischen Präsidenten Kennedy in der Bundesrepublik und in Berlin (West)

Erste deutsch-französische Konsultationen: Unterzeichnung des Abkommens über die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerkes

Gespräch mit dem italienischen Staatspräsidenten Segni in Bonn

Abschiedsbesuch bei der italienischen Regierung und beim Heiligen Stuhl in Rom

Abschiedsbesuch bei der französischen Regierung in Paris

Verleihung der Ehrenbürgerwürde der Stadt Berlin

Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers
Veto des französischen Staatspräsidenten de Gaulle gegen den Beitritt Großbritanniens zur EWG

Sendebeginn des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF)

Billigung des Vertrages über die deutsch-französi-sche Zusammenarbeit im Deutschen Bundestag

Proklamation des 17. Juni zum Nationalen Gedenktag des deutschen Volkes durch Bundespräsident Lübke

Abkommen zwischen Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Amerika und der UdSSR über die Einstellung aller Kernwaffenversuche in der Atmosphäre, im Weltraum und unter Wasser in Moskau (Atomteststopp-Abkommen)

Beitrittserklärung der Bundesrepublik Deutschland zum Atomteststopp-Abkommen

Wahl von Ludwig Erhard (CDU) zum Bundeskanzler

Ermordung des amerikanischen Präsidenten Kennedy in Dallas (Texas); Vereidigung des Vizepräsidenten Lyndon B. Johnson zum Präsidenten

Unterzeichnung des Passierscheinabkommens zwischen dem Senat von Berlin und der DDR

In der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland markiert die Ära
Adenauer die Periode der Gründung, den Wiederaufbau, Erlangung
demokratischer Stabilität und Kontinuität außenpolitischen Handelns im Rahmen der westlichen Demokratien. Adenauer prägte aufgrund seiner politischen Überzeugungen mit seinen Grundsatzentscheidungen die
Bundesrepublik Deutschland.

Außenpolitische Weichenstellungen

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der westalliierten Besatzungsherrschaft erfolgten in der beginnenden Ära Adenauer eine Reihe nicht umkehrbarer innen- und außenpolitischer Grundsatzentscheidungen für die Bundesrepublik Deutschland.

Zu den wichtigsten außenpolitischen Entscheidungen zählen:

  • die Regelung der Beziehungen zu den Besatzungsmächten durch vertragliche Vereinbarungen (Pariser Verträge 1954/55)
  • die Einbettung der Bundesrepublik Deutschland in das Verbundsystem westlicher Demokratien im Rahmen der europäischen Einigung in der Montanunion 1951 sowie der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft 1957
  • die langfristige Stationierung und Bindung amerikanischer Streitkräfte in der Bundesrepublik als zentrales Sicherheitselement 1955
  • der Aufbau einer modernen Verteidigung in Form der mit atomaren Trägersystemen ausgerüsteten Bundeswehr im Rahmen der NATO ab 1955 und
  • die Versöhnung mit Frankreich und der Abschluss des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages 1963
  • die Wiederaufnahme der Beziehungen zum jüdischen Volk und der Abschluss des Wiedergutmachungsabkommens mit Israel (Luxemburger Abkommen 1952).


Innenpolitische Weichenstellungen

In gleicher Weise fielen in der Ära Adenauer zahlreiche innenpolitische Grundsatzentscheidungen, die für den Aufbau und die Stabilisierung der Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland prägend gewesen sind:

  • die Schaffung eines pluralistischen Verfassungsstaates
  • die Durchsetzung der Sozialen Marktwirtschaft
  • die Reduzierung der Parteienvielfalt im deutschen Parteiensystem
  • die Schaffung der CDU als eine überkonfessionelle Partei, die für alle Bevölkerungsschichten wählbar ist
  • die Schaffung neuer Strukturen im Rundfunk- und Pressewesen.

Schwierige Ausgangslage

Angesichts der Teilung Deutschlands und der andauernden Besatzungsherrschaft 1949 war Adenauers vorrangiges Ziel, die Bundesrepublik von diesen Fesseln zu befreien, den allseits verachteten Deutschen wieder internationale Anerkennung zu verschaffen und eine funktionierende Demokratie auf der Grundlage westlicher Werte - Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Achtung der Menschenrechte - aufzubauen. Daher waren der Demontagestopp und der Beitritt zum Ruhrstatut im Petersberger Abkommen 1949 eine fundamentale Voraussetzung. In mühsamen Verhandlungen mit den drei Westmächten schaffte es Adenauer, vertragliche Vereinbarungen über die Sicherheit und Wiedererlangung souveräner Rechte für die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland-Vertrag 1952) zu vereinbaren. Nach dem Scheitern der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft 1954 wurde der Deutschland-Vertrag noch geändert und die Bundesrepublik Mitglied der NATO und der neugegründeten Westeuropäischen Union (Pariser Verträge 1954). Die Vereinbarungen traten 1955 in Kraft.
 

Einzige Option: Westintegration vor Wiedervereinigung

Mit seiner Unterschrift unter den Schuman-Plan, den Deutschland-Vertrag und den Vertrag über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft entzündete Adenauer hierzulande einen heftigen Streit über die Vereinbar­keit von Westintegration und Wiedervereinigung. Ihm ging die Option Bewahrung der Freiheit vor der derzeit nicht zu erreichenden Einheit Deutschlands. Denn genau genommen besaßen die Deutschen nie die Wahl zwischen beiden Optionen. In Wirklichkeit lautete die von den Westmächten Adenauer vorgegebene Alternative: Westintegration sofort und Wiedervereinigung unter westlichen Vorzei­chen später. Dass die Teilung der Zentralmacht in Europa keine Lösung auf Dauer sein würde, darüber waren sich Adenauer und die Regierungen in Washington, London und Paris stets einig. Adenauer begegnete dem angeblich unlösbaren Widerspruch mit der politisch richtigen, aber in der Bevölkerung keineswegs populären Be­hauptung, ­die Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit komme nur auf dem Wege über die europäische Integration zustande.
 

Ausgeprägter Antikommunismus

Ganz ohne Zweifel war sein aus­ge­prägter Antikommunismus mit ein ent­scheidendes Motiv für die West­integrationspolitik, genährt von der Abscheu des Katholiken gegen die atheistische Grundhaltung der Bolschewisten und deren Expan­sions­streben. Adenauers wirkliche Sorge vor der Sowjetunion entsprang dem Bild des zaristischen Russland - eines Staates von enormer ökonomischer und militärischer Kraft -, das stets Sicherheit durch Territorialgewinn suchte. Zum einen ließ Adenauer sich nicht davon abbringen, dass der Kommu­nismus in seiner sowjetischen Spielart und in der SED-Variante eine fortschrittfeindliche, menschenverachtende und totalitäre Macht verkör­perte, die es überall zu bekämpfen galt. Seine kompromisslose Gegner­schaft vor allem gegenüber leisetreterischer Appeasementpolitik be­scherte ihm die Bezeichnung "Kalter Krieger", war in Wirklichkeit aber Ausdruck seiner Moralität und strikten Abgrenzung zur Erhaltung von Frieden und Freiheit. Zum anderen ließ Adenauer sich nicht von seiner Überzeugung abbringen, über kurz oder lang werde die sowjetische Führung in eine große Krise geraten.
 

Anfängliche Rückschläge

In seiner ersten Legislaturperiode hatte Adenauer neben anfänglichen außenpolitischen Erfolgen auch herbe Rückschläge zu überwinden. Der Vorwurf der West­mächte-Hörigkeit (Schumacher: "Der Bundeskanzler der Alliierten"), seine Interviewpolitik mit dem Hinweis auf eine mögliche Wiederbewaffnung Anfang Dezember 1949, die Kabinetts­krise im Oktober 1950, ausgelöst durch den Rücktritt des damaligen Innenministers Gustav Heinemann wegen Adenauers Angebot zur Auf­stellung deutscher Soldaten, die SED-Propaganda zur Wiedervereinigung mit Grotewohls Brief 1950, die wirtschaftlichen Folgen des Korea-Krieges machten ihm das Leben schon vom ersten Regierungsjahr an schwer.
 

Wiederwahl 1953

Seine Wiederwahl 1953 verdankte Adenauer nicht zuletzt dem Einsatz neuer politischer Werbemittel aus den Vereinigten Staaten von Amerika, die plakativ die Person und nicht das Programm in den Vordergrund stellten. Die zweite Legislatur­periode markierte den wirklichen Zenit. Trotz des schweren Rückschlags, den Adenauers Politik der Westbindung durch das Scheitern des EVG-Vertrages in der französischen Nationalversammlung am 30. August 1954 erlitt, gelang es ihm in der anschließend ausgehandelten Pariser Verträgen das Besatzungsstatut abzulösen und eine politische Souveränität für die Bundesrepublik zu vereinbaren. Zusätzlich erhielt die Integrationspolitik mit dem Abschluss der Römischen Verträge im März 1957 über die Grün­dung der Europäischen Wirt­schafts­gemeinschaft und Euratom ein weite­res solides Fundament. Vor allem aber brachte Adenauer die bei seinem Moskau-Besuch im September 1955 erreichte Rückkehr der Kriegs­gefan­genen aus der Sowjetunion und die Rentenreform mit der Einführung der dynamischen Rente in der Öffentlichkeit viele Pluspunkte ein.
 

Absolute Mehrheit von CDU/CSU 1957

Das Ergebnis war die absolute Mehrheit für CDU und CSU bei den Bundestagswahlen 1957. Es symbolisierte: Adenauer stand auf dem Höhepunkt der Macht. Die Mehrheit der bundesdeutschen Bevölkerung folgte dem harmlos klingenden Wahlslogan "Keine Experimente!" und vertraute weiterhin auf seine Führungskraft. Denn die SPD forderte da­mals eine Verstaatlichung der Schlüsselindustrien, was ihr eine katastro­phale Niederlage bescherte.
 

Krisenjahre 1958-1961

Doch ebenso rasant, wie sich der Aufstieg in den Jahren zuvor voll­zogen hatte, so schne­ll ging es aber auch wieder bergab. Berlin-Krise 1958 und Mauerbau 1961 brachten ihn schwer in die Bredouille. Von der inner­parteilichen Opposition und dem Zwist mit Erhard über die Europapolitik in die Enge gedrängt, erklärte sich Adenauer zur Bundespräsidenten­kandidatur 1959 bereit, machte aber kurzerhand wieder eine Kehrtwende, weil er seinem potenziellen Nachfolger das Amt nicht zutraute. Zwar sollte Adenauer letzten Endes Recht behalten, doch änderte das nichts an der wachsenden Kritik an seiner Person.
 

Deutschlandpolitische Vorwürfe

Der Vor­wurf des FDP-Vorsitzenden Thomas Dehler im Januar 1958, Adenauer habe es 1952 versäumt, die Stalin-Note auszutesten und daher die Chance zur Wiedervereinigung vertan, erschwerte die Deutschlandpolitik Adenauers, der sich gegen die De-facto-Anerkennung der DDR aussprach und in der Berlinkrise an der Verantwortung der drei Westmächte für den freien Teil der Stadt mit Unterstützung de Gaulles eisern festhielt. Nach Beginn des Mauerbaus am 13. August 1961 wurde ihm vorgeworfen, es ver­säumt zu haben, sofort nach Berlin zu reisen. In Wirklichkeit fürchtete er einen erneuten Volksaufstand wie am 17. Juni 1953 und wollte nicht zur Eskalation der Krisenstimmung beitragen. In jenen Tagen stand Adenauer wenige Tage vor der Bundestagswahl 1961 unter höchstem internationalen Druck. Gleichwohl schien es in den Augen eines großen Teils der deut­schen Öffentlichkeit ein schwerer Fehler zu sein, der Berliner Bevölkerung nicht sofort durch seine Präsenz Solidarität bekundet zu haben.
 

Erzwungener Rücktritt

Der knappe Ausgang der Bundestagswahl 1961 und die Rache der von Erich Mende angeführten FDP, ihn nur noch als Kanzler auf die Zeit von zwei Jahren in der Koalition zu akzeptieren, läuteten die Endpha­se der Kanzlerschaft ein. Zu alledem erlitt Adenauer mit dem Versuch, ein Regie­rungsfernsehen in Form der "Deutschland-Fernsehen GmbH" zu etablie­ren, vor dem Bundesverfassungsgericht 1961 Schiffbruch. Sein quirliger Verteidigungsminister Strauß bescherte ihm obendrein im Oktober 1962 noch die "Spiegel-Affäre", die ihn - nach dem Austritt der FDP-Minister 1955 aus dem Kabinett - 1962 ein zweites Mal zur Kabinettsumbildung zwang. Im Dezember 1962 kündigte er den Rücktritt für den kommenden Herbst an, sorgte noch für Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrages im Januar 1963 und trat am 15. Oktober 1963 vom Amt des Bundeskanzlers zurück.
 

Lebensleistung


"Wenn irgend jemand das Element der Kontinuität im Auf und Ab der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts verkörperte, dann war es Konrad Adenauer" (Hans-Peter Schwarz). Letztlich kam Adenauer bei seiner Amtsführung die ungeheuere Lebens­erfahrung im Wechsel der Zeiten zugute, die sich über vier Abschnitte deutscher Geschichte erstreckte. Aufgewachsen in den Gründerjahren des Deutschen Reiches, im Schatten der großen mittelalterlichen Stadtmauern des alten Köln, als Öllampen, Pferdedroschken und kärgliche Lebens­umstände das Bild der Straßen bestimmten, stirbt der Kanzler in einer Zeit, die sich aufmachte, eine Globalgesellschaft zu werden, im Zeitalter der Weltraumfahrt, Atombomben und Raketen, die Regionen bedrohen und in denen Bürgerkrieg herrscht.
 

Hanns Jürgen Küsters