14. November 1918: Schreiben Adenauers an die Verwaltung der Stadt Köln

Ein Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrats ist mir als Beigeordneter zur Seite gestellt, der mir die Wünsche des Arbeiter- und Soldatenrats übermittelt und die Interessen des A.S.R. bei mir vertritt.

Der A.S.R. hat erklärt, sich aller Eingriffe in die städt. Verwaltung zu enthal­ten und dass auch keines seiner Organe zu solchen Eingriffen berechtigt sei. Die Dienststellen haben lediglich meinen Weisungen bezw. denen meiner Vertreter zu folgen. Ich erwarte im Anschluss an meine Verfügung vom 9.11.1918 A 1/b, dass sämtliche Beamte, Angestellte und Hilfskräfte der städt. Verwaltung, ganz gleich auf welchem politischen Standpunkte sie stehen, ihre ganze Arbeitskraft aufbieten, um den ordnungsmäßigen Fortgang der Dienstgeschäfte zu ermögli­chen. Alle Schriftstücke der Verwaltung gehen selbstverständlich nach wie vor unter der bisherigen Firma heraus. Siegel und Stempel bleiben unverändert.

Je einen Abdruck erhalten die Herren Beigeordneten, Assessoren und sämtliche Dienststellen.

Adenauer

Quelle: HAStK 725/86, Kopie. Abgedruckt in: Konrad Adenauer 1917-1933. Dokumente aus den Kölner Jahren. Hrsg. v. Günther Schulz. Köln 2007, S. 67.