24. Oktober 1929: Schreiben an Regierungsdirektor Dr. Heß, Berlin

Antwort Adenauers auf das Schreiben von Joseph Heß vom 21.10.1929

Sehr verehrter Herr Regierungsdirektor!

Dankend bestätige ich den Empfang Ihres gefl. Schreibens vom 21. ds. Mts., mit dem ich konform gehe. Mir scheint aber, dass man die Frage Koblenz nicht definitiv lösen kann, ohne gleichzeitig die Persönlichkeit des Ersatzmannes des Herrn von Sybel in Koblenz ins Auge zu fassen. Herr Fuchs ist, wie Sie wissen, notgedrungen sehr häufig von Koblenz abwesend, sodass er meines Erachtens nur durch einen Mann vertreten werden kann, der nach jeder Richtung hin abso­lut zuverlässig ist. Diese Frage wird naturgemäß in der Zentrumsfraktion des Provinzialausschusses auch angeschnitten werden. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir darüber schon etwas mitteilen könnten. Die Angelegenheit von Eynern halte ich doch für vollkommen aussichtslos.

Mit bestem Gruß

Ihr sehr ergebener

A[denauer]

Quelle: HAStK 902/105/4 Bl. 615f., Kopie mit Paraphe. Abgedruckt in: Konrad Adenauer 1917-1933. Dokumente aus den Kölner Jahren. Hrsg. v. Günther Schulz. Köln 2007, S. 279f.