ohne Datum [Oktober 1935]: Brief an Dora Pferdmenges (Auszug)

(Einzelblatt nach dem Schreiben aus Freudenstadt vom 18. Oktober 1935)

[...] Es ist gut, daß der „Preller“ dies Schicksal gehabt hat; es war verdient, und er hätte es sich selbst sagen können. - Unsere Unterredung und unser Spaziergang waren zeitlich viel, viel zu kurz; aber der Sonnenschein, der Blick in die Weite und Tiefe waren herrlich. Auch ich liebe die Herbstsonne so mit ihrer strahlenden Pracht, ihrem tiefen Glanz, ihrer köstlichen Wärme; sie ist so klar, so gefestigt, daß selbst Stürme ihren Glanz erhöhen und strahlender machen! Und dann bereitet sie doch alles vor, was sich später an Blütenpracht entfaltet!

Die Blumenzwiebeln können erst Ende Oktober in Deutschland herein. - Nun reisen Sie gut - wenn die äußere Politik Ihnen einen Strich dadurch macht, kommen Sie vielleicht auch zum Schwarzwald - und hoffentlich auf Wiedersehen in nicht zu ferner Zeit.

Herzlichste Grüße

Ihr Konrad A.

[P.S.] Grüßen Sie Ihren Mann. Vielen Dank für [...], sie sind sicher besonders gut.

Quelle: Freundschaft in schwerer Zeit. Die Briefe Konrad Adenauers an Dora Pferdmenges 1933-1949. Bearb. von Hans Peter Mensing und Ursula Raths. Bonn 2007, S. 123.