13. April 1937: Brief an Dora Pferdmenges aus Rhöndorf

Liebe Frau Pferdmenges!

Sie zeigten am Freitag Interesse für das Buch „Soldat und Mönch“. Ich sende es anbei zum Durchblättern und um hier und da ein Kapitel zu lesen (es soll aber ja kein Bekehrungsbuch sein!).

Paul mussten gestern ziemlich plötzlich, da sich eine unangenehme Drüsengeschichte zeigte, die Mandeln entfernt werden; er ist im Herz Jesu Krankenhaus in Bonn, meine Frau ist bei ihm, Donnerstag kommen sie zurück. - Schorsch ist heute zum ersten Male in die Schule. - Ich habe „Baufreuden“, d. h. Schwierigkeiten sind noch nicht da, aber es ist mir etwas lästig.

Morgen ist - vielleicht - ein wichtiger Tag für mich; ein Techni­ker von Rang kommt zu mir und prüft meine Gedankengänge. Ich muß alles gut dazu vorbereiten. - Es sind schöne Tage jetzt, es beginnt überall zu blühen, sogar der [Wald] wird schon lebendig, der Sauerklee blüht schon - ich lege etwas bei, damit Sie sehen, daß der Wald ruft. - Am Donnerstag muß ich kurz nach Köln zu einem Gottesdienst für meinen Bruder.

Wie herrlich war es am Freitag bei Ihnen, wie wundervoll blühte der Garten.

Mit herzlichsten Grüßen
stets Ihr

Konrad A.

Quelle: Freundschaft in schwerer Zeit. Die Briefe Konrad Adenauers an Dora Pferdmenges 1933-1949. Bearb. von Hans Peter Mensing und Ursula Raths. Bonn 2007, S. 129.