11. Dezember 1941: Brief an Paul Adenauer (Auszug)

[...] Gestern haben wir zum ersten Male von dem von Dir gepflanzten Grün­kohl gegessen, er war ganz ausgezeichnet, er ist auch ziemlich gewachsen, er bedeutet eine wertvolle Bereicherung unseres Tisches. Gestern kam auch die erste Karre Dünger aus dem Westerwald, weitere sollen folgen [...] Alles neue Obst ist gepflanzt, die großen Änderungen im Steingarten, die ich gemacht habe, sind auch fertig. Du wirst staunen! Dein Weihnachtspaket ist gestern abgegangen als gewöhnliches, d. h. als Wertpaket, nicht aber als Feldpostpaket, hoffentlich kommt es rechtzeitig und wohlbehalten an. Es ist schön, daß Ihr auf Eurer Stube einen Christbaum machen wollt, hoffentlich gerät es. In Deinem Weihnachtspaket ist auch etwas von der damals von Dir gemachten Krippe. Es wird Dich an die damaligen schönen Zeiten erinnern und Dir sicher Freude machen. - Nun ist auch Japan und USA im Krieg, er wird also noch länger dauern. Die arme Welt! - Was machen denn Deine Finger, schmerzen sie noch? So etwas braucht lange Zeit! [...]

Quelle: Paul Adenauer: Briefe Konrad Adenauers an einen Sohn im Reichsarbeitsdienst 1941/42. In: Konrad Adenauer und seine Zeit. Politik und Persönlichkeit des ersten Bundeskanzlers. [Bd. I:] Beiträge von Weg- und Zeitgenossen. Hg. von Dieter Blumenwitz u.a. Stuttgart 1976, S. 162.