25. September 1945: Schreiben an Herbert Adam-van Eyck, Bad Münder

Sehr geehrter Herr van Eyck,

Ihren Brief vom 14. ds. Mts. erhielt ich am 21.9.45.

Ich bin außerordentlich über den Inhalt erstaunt. Die evangelischen Kreise der Rheinprovinz und Westfalens nehmen sehr lebhaften Anteil an der Christlich-Demokratischen Partei. Von beiden Seiten, sowohl von der katholischen als von der evangelischen Seite, wird die Überkonfessionalität sehr ernst genommen. Ich hoffe, daß die Gedanken, die zur Gründung der Christlich-Demokratischen Partei geführt haben, dort auch noch zum Siegen kommen.

Die Adresse von Frau Schmittmann ist: Köln, Sachsenring Nr. 26. Sie ist eine entfernte Verwandte von mir*, ich bin häufig mit ihr zusammen, es geht ihr leidlich.

Die Adresse des Herrn von Pentz-Volzrade ist mir nicht bekannt. Sein Sohn kam unlängst aus der Kriegsgefangenschaft hier an. Ich habe ihn zu Frau Schmittmann geschickt. Auch er wußte nicht, wo sein Vater war. Über Herrn Effertz gebe ich Ihnen noch Bescheid.

Mit ergebenen Grüßen
Ihr
(Dr. Adenauer)
Oberbürgermeister

* Kusine von Emma Weyer, Adenauers erster Frau

Quelle: StBKAH 08.05. Abgedruckt in: Adenauer. Briefe 1945-1947 (Rhöndorfer Ausgabe). Hg. von Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz. Bearb. von Hans Peter Mensing. Berlin 1983, S. 102f.