2. Februar 1967: Brief an Axel Springer, Hamburg

Sehr geehrter Herr Springer!

Haben Sie herzlichen Dank für die Übersendung des Artikels "Die EWG - für Israel eine Brücke zum Weltmarkt", erschienen in der "Welt" vom 23. Januar.* Ich begrüße sehr, daß Sie mit dem Beitrag in der "Welt" die deutsche Öffentlichkeit in so klarer und verständlicher Weise mit dem Problem des EWG-Beitritts des Staates Israel konfrontiert haben. Ich persönlich werde tun, was ich kann, um dazu beizutragen, daß die Wünsche Israels erfüllt werden.

Mit vielen Grüßen
Ihr

Adenauer

* Auszug: "Zielbewußt und zuversichtlich peilt Israel trotz der vielen Widerstände, die es noch zu überwinden gilt, eine Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft an. Nur durch ein Arrangement mit der EWG, die als natürlicher Markt Israels angesehen wird, können auf die Dauer die wirtschaftlichen Probleme gemeistert werden. 'Die wirtschaftlichen Erfordernisse, die seinerzeit die Länder der EWG dazu veranlaßt haben, sich zu einem großen Markt zusammenzuschließen, gelten in besonderer Weise für Israel.' heißt es in einem Memorandum, das in knapper Form alle Argumente der Regierung zusammenfaßt."

Quelle: Original in Unternehmensarchiv Axel Springer Verlag, NL Axel Springer, auf Kopfbogen "Konrad Adenauer". Abgedruckt in: Adenauer. Die letzten Lebensjahre 1965-1967. Briefe und Aufzeichnungen, Gespräche, Interviews und Reden (Rhöndorfer Ausgabe). Bd. II: September 1965 - April 1967. Hg. von Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz. Bearb. von Hans Peter Mensing. Paderborn 2009, S. 349, Anm. S. 569.