7. Oktober 1949: Stellungnahme des Bundeskanzlers zu den Vorgängen in der Ostzone

Die Bildung eines Ost-Staates erfolgt ohne Zusammenhang mit der Bevölkerung der Ostzone, die keine Gelegenheit erhalten hat, ihren Willen zu äußern. Das bedeutet, daß einem solchen Ost-Staat die einzige Legitimation fehlt, die einem Staatswesen eine legale Grundlage geben kann, nämlich die Legitimation durch das Volk. Eine Ostzonen-Regierung repräsentiert nicht den Willen der Ostzonen-Bevölkerung, um so weniger kann sie Anspruch darauf machen, in gesamtdeutschen Fragen zu sprechen. Die Bundesrepublik Deutschland muß angesichts des Versuchs, die 18 Millionen Einwohner der Ostzone noch stärker als bisher fremdem Einfluß zu unterwerfen, mit allen Kräften dahin wirken, der Ostzonen-Bevölkerung wenigstens geistige und moralische Unterstützung in ihrem harten Los unter fremder Herrschaft zu geben, bis eine Wiedervereinigung der beiden Teile Deutschlands möglich ist.

gez.: Dr. Böx

Quelle: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Pressearchiv F 1/25.