Es ist gut, daß sich die Geister scheiden, und daß auch die letzten Zweifel über das wirkliche Wesen von Parteien und Personen beseitigt werden. In diesen Tagen und Wochen der Erhebung des deutschen Volkes gegen Marxismus und Judentum und internationale Sklaverei entlarven sich auch jene, die in der hinter uns hegenden Zeit sich hier und da den Anschein zu geben versuchten, als hätten sie doch etwas von Größe an sich.

Zu diesen zählt sich zweifellos Herr Dr. h.c. Adenauer, Oberbürgermeister von Köln und Präsident des Preußischen Staatsrates. Er muß schon eine abgrundtiefe Abneigung gegen das junge nationalsozialistische Deutschland haben. Anders ist sein Verhalten in diesen Tagen, welches nicht nur unklug und kleingeistig, sondern auch im höchsten Maße herausfordernd ist, nicht zu erklären!

Sein Widerspruch im Drei-Männer-Kollegium gegen die Auflösung eines unmöglichen Landtags zeigte seine innere Verbundenheit mit dem Marxismus, von dem das Zentrum wie auch Herr Adenauer persönlich offenbar nicht mehr loskommen. Die Ablehnung der Rheinbeleuchtung gelegentlich der Anwesenheit des Reichskanzlers, die er mit, dem angeblich »parteipolitischen« Charakter der Veranstaltung begründete, bewies, daß Adenauer ein Mann des Parteienstaates und der Klassen- und Konfessionsgegensätze geblieben ist.

Denn wie kann sonst jemand das junge Deutschland, welches in seinem politischen Ideal Klassengegensätze, Standesdünkel und Konfessionshader überwunden hat, als »parteipolitisch« bezeichnen? Wo wäre jemals ein Volk mit seiner ganzen Verbundenheit aller Schichten mehr verkörpert gewesen, als in der nationalsozialistischen Bewegung?

Und außerdem: wenn die Rheinbeleuchtung einen Sinn hat, dann war er am Sonntag gegeben, wo mehr Menschen zusammengeströmt waren, als je bei einem Anlaß zuvor!

Derselbe Herr Adenauer ordnete persönlich (!) die Entfernung der Hakenkreuzfahnen von den Masten der Hängebrücke an! Die Entfernung der Fahnen war möglich, weil die Bevölkerung zur gleichen Zeit in anderen Stadtteilen dem Aufmarsch der braunen Bataillone zusah.

Herr Adenauer mag wissen, daß solche Herausforderungen sich in Zukunft rächen werden!

Konnte man aber überhaupt von Herrn Adenauer etwas anderes erwarten? Von jenem Mann, der in der Separatistenzeit eine sehr umstrittene Rolle gespielt hat, der mit der Sozialdemokratie bei jeder Gelegenheit Hand in Hand ging und noch vor kurzem die Anstellung eines sozialdemokratisch-marxistischen Bürgermeisters in Köln mit Erfolg betrieb?! Kann man von einem Mann Verständnis für ein neues Deutschland erwarten, der selbst an der völkischen Verheerung der Vergangenheit mitgewirkt hat, die Finanzen der Stadt ruinierte, sich selbst aber ein Jahreseinkommen von 108 000 RM. sicherte!!

Nein, hier zeigt es sich, daß niemand aus seiner Haut heraus kann. Und das ist gut so. Das neue Deutschland ist ohne und gegen Herrn Adenauer entstanden und wird deshalb auch mit Herrn Adenauer restlos fertig werden!

 

Quelle: Westdeutscher Beobachter, 21.02.1933. Abgedruckt in: Adenauer im Dritten Reich (Rhöndorfer Ausgabe). Hg. von Rudolf Morsey und Hans-Peter Schwarz. Bearb. von Hans Peter Mensing. Berlin 1991, S. 60-61.