21. Januar 1963: Erklärung des Leiters des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, Staatssekretär von Hase, vor der Presse über die Besprechungen der Minister

Die Besprechungen zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und Staatspräsident de Gaulle wurden am Nachmittag des 21. Januar im größeren Kreis fortgesetzt. Wie Staatssekretär von Hase dazu am Abend vor der Presse mitteilte, begrüßte General de Gaulle besonders freundlich die Bundesminister von Hassel und Dr. Heck. Er gab dann einen Überblick über die bisher geführten Gespräche, woran sich ein Bericht der Außenminister über ihre Besprechungen vom Vormittag anschloß. Die Ressortminister gaben einen Überblick über den Stand der bereits getroffenen Vereinbarungen und der bestehenden Kontakte in bezug auf eine engere deutsch-französische Zusammenarbeit sowie über Formulierungen, die für das zu unterzeichnende Protokoll vorbereitet wurden. Eine Erörterung einzelner spezieller Punkte erfolgte noch nicht.

Der gemeinsame Eindruck von Bundeskanzler Dr. Adenauer und Staatspräsident de Gaulle sei der, so unterstrich Staatssekretär von Hase, daß die Entwicklung außerordentlich positiv sei hinsichtlich des Umfangs und der Möglichkeiten, die sich auf vielen Gebieten für die Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik und Frankreich ergeben. General de Gaulle habe betont, Frankreich sei zur Zusammenarbeit in diesem Sinne auch mit anderen europäischen Ländern bereit. Europa könne nur von einer solchen erfolgreichen Zusammenarbeit profitieren. Der Bundeskanzler habe seine freudige Überraschung über den bisherigen Verlauf der Besprechungen hervorgehoben und habe darauf hingewiesen, daß sich auf einem großen Felde bereits erste Ergebnisse abzeichneten und in vielen Bereichen für die Zusammenarbeit schon eine Regelung gefunden worden sei.

Die Nachmittagssitzung des 21. Januar, stellte Staatssekretär von Hase fest, sei das "materielle Kernstück" zur Vorbereitung des Protokolls gewesen. Auf den beiden Sitzungen sei nicht über den EWG-Komplex gesprochen worden, was jedoch nicht ausschließe, daß dieses Thema in den Gesprächen unter vier Augen zwischen den beiden Regierungschefs und den beiden Außenministern erörtert worden sei.

Am Abend des 20. Januar hatte Jean Monet den Bundeskanzler auf eigenen Wunsch aufgesucht. Bundesverteidigungsminister von Hassel hat am 22. Januar mit dem französischen Verteidigungsminister Messmer weitere Fragen der gemeinsamen Verteidigung besprochen.

Quelle: Bulletin des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung Nr. 15 vom 24. Januar 1963, S. 119.