Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

4. November 1947 (Rhöndorf)

Bescheinigung für Max Bönneken

, Rhöndorf

StBKAH 07.01, ohne Begleitschreiben, mit ms. Briefkopf »Mitglied des Zonenbeirats. Vorsitzender der CDU-Fraktion des Landtags von Nordrhein-Westfalen«


Herrn Max Bönneken, Rhöndorf-Honnef/Rhein, habe ich kennengelernt, als ich 1936 das Grundstück von ihm kaufte, auf dem ich jetzt wohne1. Im Jahre 1937 wurde ich sein Nachbar. Ich habe seit der Zeit seine Tätigkeit und sein Tun und Lassen ziemlich genau wahrnehmen können. Da ich während aller dieser Jahre politisch verfolgt wurde, hatte ich ein besonderes Interesse daran, soweit mir das möglich war, festzustellen, wie sich meine Nachbarn politisch verhielten oder betätigten. Während dieser Jahre habe ich niemals feststellen können, daß sich Herr Max Bönneken irgendwie politisch betätigte, geschweige denn, daß er als Naziaktivist aufgetreten ist. Wenn er das getan hätte, hätte ich das wahrnehmen müssen und ich würde es auch bestimmt von mir ergebenen Leuten in Rhöndorf gehört haben.

Nach meiner sicheren Überzeugung hat Herr Bönneken sich für Politik nicht interessiert. Keinesfalls war er im nationalsozialistischen Sinne tätig. Ich bescheinige dies zum Zwecke der Vorlage bei amtlichen Stellen.

(Adenauer)


  1. ^

    Zum Kauf des Grundstücks am Rhöndorfer Zennigsweg (für 0,50 RM/ m2) vgl. Paul Weymar, Adenauer, S. 185f. und Rudolf Morsey, Adenauer und der Nationalsozialismus, S. 491.