Die Konrad-Adenauer-Stiftung e. V. trägt seit 1964 den Namen des ersten Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland und zugleich ersten Bundesvorsitzenden der Christlich-Demokratischen Partei Deutschlands. Sie ist eine rechtlich unabhängige, selbstständige Organisation, die der CDU nahe steht. Ihr Ziel ist es, freiheitlich-demokratische Werte und Haltungen auf christlich-demokratischer Grundlage zu stärken. Tätig ist die Stiftung in folgenden Bereichen: Politische Bildung, politische Informations- und Wissensvermittlung, Historisches Archiv und Dokumentation, Forschung und Politikberatung, Kultureller Dialog, Begabtenförderung, Entwicklungspolitik sowie internationale Verständigung und Kooperation.

Entstehung

Am 20. Dezember 1955 trafen sich im Bundeshaus führende Politiker, unter ihnen Heinrich Krone, Bruno Heck, Robert Pferdmenges, Richard Stücklen und Adolf Süsterhenn, um die politische Bildungsarbeit im Geiste christlich-demokratischer Ordnungsvorstellungen zu organisieren. Die Versammlung gründete die „Gesellschaft für Christlich-demokratische Bildungsarbeit e.V.". Nahe bei Bonn erwarb der Verein im Januar 1956 das Haus Eichholz als Bildungsstätte. Am 3. Dezember 1956 begannen die ersten Seminare. Die offizielle Eröffnung der Bildungsstätte durch Konrad Adenauer erfolgte am 12. April 1957. Den ersten Vorstand bildeten Heck, Konrad Kraske und Pferdmenges. 1958 wurde der Verein umbenannt in Politische Akademie Eichholz; die Akademie, deren erster Studienleiter Rüdiger Altmann war, wurde zu einem Begriff und zum Zentrum christlich-demokratischer Bildung und Grundlagenarbeit.

Entwicklung

1958-1964 wurde sie von Arnold Bergstraesser und Kraske als Vorsitzende bzw. stellvertretende Vorsitzende geführt. 1963 wurde von Adenauer der Erweiterungsbau eingeweiht, 1964 als endgültiger Name Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. beschlossen. Alfred Müller-Armack und Franz Thedieck waren von 1964-1968 gleichberechtigte Vorsitzende. 1968-1989 leitete Heck die Stiftung; er schärfte ihr Profil und ihre Unabhängigkeit. Sein Nachfolger wurde Bernhard Vogel (1989-1995), dem Günter Rinsche (1995-2001) folgte. Vogel übernahm erneut vom 30. März 2001 bis 31. Dezember 2009 den Vorsitz. Seit 1. Januar 2010 steht Hans-Gert Pöttering an der Spitze der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Neue Aufgaben

Aus dem Ursprungsort Eichholz, mit dem Schwerpunkt Politische Bildung, entwickelten sich neue Aufgaben sowie weitere Arbeitseinheiten und Standorte im In- und Ausland: 1962 die Entwicklungspolitik; 1965 die Begabtenförderung; 1967 die politische Forschung und Politikberatung; 1972 die Kommunalwissenschaften; 1976 das Archiv für Christlich-Demokratische Politik; 1978 der Internationale Austausch mit Industrieländern (Europa, USA, Japan). Die Erweiterung der Stiftungsaufgaben führte zum Bau der Zentrale in Sankt Augustin (1976). Als Konsequenz der Wiedervereinigung eröffnete die KAS 1997 eine zweite Bildungsstätte in Wendgräben bei Magdeburg und 1998 das Tagungshaus in Berlin-Tiergarten.

Leitsätze

Die KAS ist eine rechtlich unabhängige, selbstständige Organisation. Sie steht der CDU nahe. Gemäß dem Leitsatz „Für Freiheit und Gerechtigkeit" besteht ihr zentraler Auftrag in der Förderung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Im Rahmen des Wettbewerbs pluraler politischer Strömungen und Programme ist die KAS unverkennbar charakterisiert durch das Ideengut und die Geschichte der Christlichen Demokratie. Freiheitlich-demokratische Werte und Haltungen auf christlich-demokratischer Grundlage zu stärken ist das bestimmende Ziel der Aufgabenfelder der KAS in den Bereichen: Politische Bildung, politische Informations- und Wissensvermittlung, Historisches Archiv und Dokumentation, Forschung und Politikberatung, Kultureller Dialog, Begabtenförderung, Entwicklungspolitik sowie internationale Verständigung und Kooperation (Entwicklungspolitik). Die KAS hat die Rechtsform eines eingetragenen, gemeinnützigen Vereins; ihre Organe sind die Mitgliederversammlung und der Vorstand; beratende Funktion hat das Kuratorium (Vorsitzender: Roman Herzog). Zur ideellen und finanziellen Förderung der Stiftungsaufgaben wurde 1999 ein Freundeskreis gegründet. Durch Erbschaften konnten unselbständige Stiftungen in der KAS (Fonds) für Studenten- und Künstlerförderung sowie politische Bildungsarbeit eingerichtet werden. Die Finanzierung der Stiftungsprogramme erfolgt durch öffentliche Zuwendungen, die ergänzt werden müssen durch private Mittel wie Spenden, Beiträge und Zustiftungen. Die KAS leitet Zuwendungen aus Globalmitteln weiter an die von ihr rechtlich unabhängigen, jedoch ihren Zielsetzungen verbundenen christlich-demokratischen Bildungsinstitutionen: Hermann-Ehlers-Stiftung e.V. (Kiel; 1968 von Kai-Uwe von Hassel gegründet); Karl-Arnold-Bildungsstätte e.V. (Köln); Stiftung für Christlich-Soziale Politik und Bildung e.V./Arbeitnehmerzentrum Königswinter.

Literaturhinweise

Konrad-Adenauer-Stiftung (Hg.): Jahresberichte 1967ff.
Beaugrand, Günter: Die Konrad-Adenauer-Stiftung. Eine Chronik in Berichten und Interviews mit Zeitzeugen. Sankt Augustin 2003.
Deussen, G.: KAS. Ämter und Organisationen der Bundesrepublik Deutschland, 47 (71981).

Internettipp


Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung

Quelle


Lothar Kraft, Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), in: Becker, Winfried/Buchstab, Günter/Doering-Manteuffel, Anselm/Morsey, Rudolf (Hg.): Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland. Paderborn 2002, S. 581f. (Auszug)