Während seiner Kanzlerschaft setzte sich Adenauer für die Förderung kultureller Aufgaben mit eigenen Mitteln durch den Bund ein. Damit stieß er auf den Widerstand der Länder, die eine Schmälerung ihrer Kulturhoheit befürchteten. Doch Adenauer wollte auch von Seiten der Bundesregierung der deutschen Kultur im In- und Ausland wieder Achtung und Anerkennung verschaffen.

Ausgaben für Kultur und Wissenschaft

Im Jahre 1957 betrugen die Ausgaben der Bundesregierung für die Förderung von Kultur und Wissenschaft einschließlich Schulen, Kunst, Volksbildung und kirchliche Angelegenheiten insgesamt 3,9 Mrd. DM. Im gleichen Jahr erfolgte die Gründung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als bundesunmittelbare Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie sollte im Wesentlichen bis zu einer Neuregelung nach der Wiedervereinigung die preußischen Kulturgüter für das deutsche Volk bewahren und pflegen, den deutschen Kulturbesitz für die Allgemeinheit in Wissenschaft und Bildung ausweiten und den Kulturaustausch zwischen den Völkern gewährleisten. Daher vereinbarten Adenauer und de Gaulle im deutsch-französischen Vertrag von 1963 nicht nur die Aussöhnung beider Nationen, sondern auch regelmäßige Konsultationen und Treffen im Bereich der Kulturpolitik.


Hanns Jürgen Küsters