Als Niedersächsische Landespartei 1945 gegründet und in Deutsche Partei 1947 umbenannt, zog sie aufgrund von Erfolgen vor allem in Norddeutschland 1949 in den Deutschen Bundestag ein. Adenauer band sie in seine Regierungskoalitionen 1949, 1953 und 1957 ein. Nach der Fusion der Deutschen Partei mit der FDP-Abspaltung Freie Volkspartei 1957 traten Mitte 1960 ihre Bundesminister und die Mehrzahl der Abgeordneten zur CDU über, einige zur FDP und zur NPD, ein Teil schloss sich 1961 mit dem BHE zur Gesamtdeutschen Partei zusammen.

Gründung

1945 als Niedersächsische Landespartei (NLP) in der Tradition der früheren Deutsch-Hannoverschen Partei gegründet, wurde 1947 die Bezeichnung Deutsche Partei angenommen. Prägend waren Bekenntnis zum Föderalismus, strikter Antisozialismus und klares Ablehnen der Entnazifizierung. Die Partei kooperierte mit Rechtsgruppen, in denen sich frühere Deutschnationale, aber auch Nationalsozialisten zusammengeschlossen hatten, und scheute auch vor engen Kontakten zur extremen Sozialistischen Reichspartei (SRP) nicht zurück. Die Deutsche Partei war vor allem in Norddeutschland erfolgreich. Sie beteiligte sich an den Regierungen von Hannover (1946), Niedersachsen (1946-1948, 1955-1959), Schleswig-Holstein (1950-1952) und Hamburg (1953-1957). Zudem war sie in der Bremer Bürgerschaft vertreten. In Niedersachsen war die Deutsche Partei zeitweilig mit der CDU in der Niederdeutschen Union vereint. 1955-1959 stellte die Deutsche Partei mit ihrem Vorsitzenden Heinrich Hellwege den Niedersächsischen Ministerpräsidenten. Neben ihm traten Hans-Joachim von Merkatz, Herbert Schneider (Bremerhaven) und Hans Christoph Seebohm hervor.

Koaltionspartner

Bei der ersten Bundestagswahl 1949 erreichte sie 4% der Stimmen. Adenauer gelang es, persönliche Karrierewünsche und Eitelkeiten auszunutzen und die Deutsche Partei in seine Koalitionen einzubinden. Bei den Bundestagswahlen 1953 und 1957 erzielte die Deutsche Partei 3,3% bzw. 3,4% der Stimmen, was durch einige Direktmandate zum Einzug ins Parlament genügte.

Fusion

Mit fortschreitender Integration früherer Antidemokraten in die Gesellschaft verlor die Deutsche Partei ihre Basis. 1957 fusionierte sie mit der FDP-Abspaltung Freie Volkspartei. Mitte 1960 traten die Bundesminister und die Mehrzahl der Abgeordneten zur CDU über. Die Deutsche Partei schloss sich im Jahr darauf mit dem BHE zur Gesamtdeutschen Partei zusammen, die jedoch scheiterte. Die Reste der Deutschen Partei fanden mehrheitlich zur CDU, teilweise zur FDP, aber auch zur NPD. Als Traditionsgruppe existiert die Deutsche Partei noch heute.

Literaturhinweise

H. Meyn: Die DP (1965); H. W. Schmollinger, in: R. Stöss (Hg.), Parteien-Handbuch, 2 (1983);
I. Nathusius: Am rechten Rande der Union (1992);
D. Oelze: Margot Kalinke und der Wechsel von neun Bundestagsabgeordneten der Deutschen Partei (DP) zur CDU 1960, in: HPM 18 (2011).

Quelle

Ingo Nathusius: Deutsche Partei (DP), in: Becker, Winfried/Buchstab, Günter/Doering-Manteuffel, Anselm/Morsey, Rudolf (Hg.): Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland. Paderborn 2002, S. 487f.