Auf dem ersten CDU-Parteitag in der britischen Zone im August 1947 bemängelte der Parteivorsitzende Adenauer, dass nur wenige Kreisverbände Frauen als Delegierte entsandt hätten: "Wir Männer müssen uns an den Gedanken gewöhnen und uns damit vertraut machen, dass die Frau ein ganz wesentliches Wort in der Politik mitzusprechen hat." Die Frauenvereinigung, seit 1956 bestehender organisatorischer Zusammenschluss der weiblichen Mitglieder der CDU, entwickelte sich aus der Frauenarbeitsgemeinschaft der CDU/CSU, in der sich 1948 die Frauenausschüsse von CDU und CSU zusammengeschlossen hatten. In den Kabinetten des Kanzlers allerdings blieben die Männer vorerst unter sich, bis Adenauer 1961 erstmals mit Elisabeth Schwarzhaupt eine Frau als Ministerin für das Gesundheitswesen ins Bundeskabinett berief. „Frauen in politischer Verantwortung" lautet eines der Themen im Gespräch Adenauers mit den Vorsitzenden der deutschen Frauenverbände.

Gründung

Die Frauenvereinigung (ab 1988 Frauen-Union) war der organisatorische Zusammenschluss der weiblichen Mitglieder der CDU. Presseorgan ist seit dem 1. Januar 1955 die Zeitschrift "Frau und Politik". Die Anfänge der Frauenvereinigung gehen auf die Frauenarbeitsgemeinschaft der CDU/CSU, in der sich am 1. Mai 1948 in Frankfurt/Main die seit 1945 in den Besatzungszonen entstandenen Frauenausschüsse von CDU und CSU zusammenschlossen, zurück. Aus der Frauenarbeitsgemeinschaft entstand 1951 der Bundesfrauenausschuß der CDU, 1956 die Frauenvereinigung.1948 wurde die ehemalige Reichstagsabgeordnete Helene Weber zur Vorsitzenden gewählt. Sie setzte sich im Parlamentarischen Rat für die Gleichberechtigung von Mann und Frau und die Aufnahme des Elternrechts in das Grundgesetz ein.

Erste Frau im Kabinett

Dank ihrer Beharrlichkeit gelang es 1961, dass Adenauer mit der Wiesbadener CDU-Abgeordneten Elisabeth Schwarzhaupt erstmals eine Frau ins Bundeskabinett berief. Unter dem Vorsitz von Aenne Brauksiepe (ab 1962) setzte sich die CDU mit der Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft auseinander und entwickelte das Konzept einer eigenständigen sozialen Sicherung der Frau.

Literaturhinweise

CSU-Frauenreferat: 40 Jahre Frauen-Arbeit in der CSU. Zur Geschichte der FU (1985);
50 Jahre FU der CDU. Katalog zur Ausstellung von A. Keller-Kühne unter Mitarbeit von S. Klein (1998).

Archivbestand

ACDP

Quelle

Angela Keller-Kühne: Frauen-Union (FU), in: Becker, Winfried/Buchstab, Günter/Doering-Manteuffel, Anselm/Morsey, Rudolf (Hg.): Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland. Paderborn 2002, S. 571f. (Auszug)