Arndgen, Josef

* 24.02.1894 in Rheydt (heute Mönchengladbach)
20.09.1966 in Wiesbaden
Gewerkschafter, Minister, rk.

Übersicht

Stukkateurlehre
1920-1932Bezirksleiter des Zentralverbandes Christlicher Lederarbeiter
1925-1932Redakteur der „Deutschen Lederarbeiterzeitung", zugleich Leiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hessen und Hessen-Nassau
1932-1933Vorsitzender des Zentralverbandes Christlicher Lederarbeiter
1933-1945Lebensmittelhändler
1945Mitgründer der CDU in Frankfurt
1945-1949stellvertretender Vorsitzender der CDU Hessen
1946-1949MdL Hessen
1947-1949hessischer Staatsminister für Arbeit und Wohlfahrt
1949-1965MdB
1952-1966Bundesbeauftragter für die Durchführung der Wahlen in der Sozialversicherung

Biographischer Werdegang

Während der NS-Zeit gehörte Arndgen dem Widerstandskreis um Jakob Kaiser an und wurde zweimal verhaftet, zuletzt nach dem 20. Juli 1944. 1945 gründete er in Frankfurt/Main die CDU mit und wurde in den Bürgerrat der Stadt berufen (zuständig für Wohlfahrtspflege und Versorgung der Flüchtlinge). Arndgen beteiligte sich am Wiederaufbau der Gewerkschaften und setzte sich für die Einheitsgewerkschaft ein. In seine Zeit als Minister für Arbeit und Wohlfahrt fallen das hessische Betriebsrätegesetz, in dem erstmalig ein Mitbestimmungsrecht für Arbeitnehmer verankert wurde, das Gesetz für die Kriegsopferversorgung sowie eine gesetzliche Urlaubsregelung für Jugendliche. 1949 zog er für den Wahlkreis Limburg-Untertaunus-Rheingau in den Deutschen Bundestag ein. Arndgen gehörte den Ausschüssen für Sozialpolitik, Kriegsopfer- und Heimkehrerfragen sowie dem Vermittlungs- und Haushaltsausschuss an und war an insgesamt 60 sozialpolitischen Gesetzesinitiativen seiner Fraktion beteiligt.

Angela Keller-Kühne