Baumgartner, Joseph

* 16.11.1904 in Sulzemoos/Dachau
21.01.1964 in München
Minister, Vorsitzender der Bayernpartei, Dr. rer. pol., rk.

Übersicht

Studium der Volkswirtschaft, Philosophie und Geschichte in München
2. stellvertretender Generalsekretär der Bayerischen Christlichen Bauernvereine
1942-1945Kriegsdienst
1945-1947Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1946Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung (CSU)
1946-1962MdL (bis 1948 CSU, seit 1950 BP)
1954-1957Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1949-1951MdB (BP)
1948-1959BP-Vorsitzender
Honorarprofessor an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Weihenstephan

Biographischer Werdegang

Der im ländlichen Milieu des katholischen Altbayern verwurzelte Baumgartner gehörte zu den Schülern des BVP-Politikers Georg Heim. Nach 1933 verlor er seine Stellung und musste sich als Versicherungsangestellter eine neue Existenz aufbauen. 1942 wurde er für zwei Monate inhaftiert. 1945 berief man ihn zum Personalreferenten beim bayerischen Landesamt für Ernährung und Landwirtschaft; zudem engagierte er sich bei der Gründung des Bayerischen Bauernverbands und der CSU. In der CSU zählte Baumgartner zu den radikalen Föderalisten und den Vertretern agrarischer Interessen. Als Landwirtschaftsminister trug er heftige Konflikte mit den bizonalen Behörden aus, die dazu führten, dass er sein Amt im Januar 1948 niederlegte. Im selben Monat trat er - unzufrieden über den Kurs der CSU - zur BP über. Baumgartner avancierte zur populären Integrationsfigur dieser Partei, die sich harte Auseinandersetzungen mit der CSU lieferte. Im Dezember 1954 forcierte Baumgartner die Bildung einer Regierung ohne die CSU, in der er erneut das Landwirtschaftsministerium übernahm und als stellvertretender Ministerpräsident fungierte. Baumgartners Karriere wurde durch die „Spielbankenaffäre" abrupt beendet.

Literaturhinweise

Bayern muss Bayern bleiben (1949). - I. Unger: Die Bayernpartei (1979); K. Wolf: CSU und Bayernpartei (2. Auflage, 1984).

Regina Schlemmer