Boden, Wilhelm

* 05.03.1890 in Grumbach/Kr. Birkenfeld
18.10.1961 in Birnbach/Westerwald
Ministerpräsident, Dr. jur. et rer. pol., rk.

Übersicht

1908-1911Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn und Berlin
1912Promotion in Würzburg
1915Gerichtsassessor in Köln
1917Stadtverwaltung Köln
1918Regierungsassessor in Düsseldorf und Essen
1919-1933Landrat in Altenkirchen
1919-1920und1929-1933Mitglied des Rheinischen Provinziallandtags (Zentrum)
1931-1932Mitglied des Preußischen Staatsrats
1932-1933MdL Preußen
1933Versetzung in den Ruhestand; Umzug nach Köln, Gutachtertätigkeit für die Industrie und kirchliche Stellen
1936Gefängnisstrafe nach Schauprozess wegen einer Kreditsache (Rehabilitation 1945)
1940Generalvertreter der Berliner Lebensversicherungsgesellschaft in Köln
Juni 1942dienstverpflichtet zur Stadtverwaltung
20.04.1945Wiedereinsetzung als Landrat
06.06.1945Regierungspräsident in Koblenz
02.01.1946Oberpräsident der Provinz Rheinland-Hessen-Nassau
1947-1961MdL Rheinland-Pfalz (CDU)
1951-1961Fraktionsvorsitzender
Dez. 1946 - Juli 1947Ministerpräsident
1947-1959Präsident der Landeszentralbank in Rheinland-Pfalz

Biographischer Werdegang

Der humanistisch geprägte, konservative rheinische Katholik Boden hatte wesentlichen Anteil am Neuaufbau der Verwaltung und an der Bildung des Landes Rheinland-Pfalz, wobei er an die frühere preußische Verwaltungstradition anknüpfte. Boden wurde von der französischen Militärregierung am 1. Dezember 1946 zum Ministerpräsidenten der „Provisorischen Regierung" von Rheinland-Pfalz berufen mit dem Auftrag, einen Verfassungsentwurf zu erstellen und Wahlen durchzuführen. Nach der Wahl (18. Mai 1947) wurde er Ministerpräsident eines „Übergangskabinetts", doch misslang ihm die Bildung einer Regierung; die SPD versagte ihm die Koalition, auch innerparteilich war er umstritten, so dass die Leitung der Geschicke des neu geschaffenen Landes an Peter Altmeier überging.

Literaturhinweise

F.-J. Heyen, in: Ders. (Hg.), Rheinland-Pfalz entsteht (1984); P. Haungs (Hg.): 40 Jahre Rheinland-Pfalz (1986); A. Martin: Die Entstehung der CDU in Rheinland-Pfalz (1995).

Franz-Josef Heyen