Böhm, Franz

* 16.02.1895 in Konstanz
26.09.1977 in Rockenberg
Dr. jur., ordentlicher Professor für Bürgerliches, Handels- und Wirtschaftsrecht, ev.

Übersicht

1919-1924Jurastudium
1924Staatsanwalt
1925-1932Referent im Reichswirtschaftsministerium (Kartellreferat)
1933Habilitation in Freiburg
1936-1938Lehrstuhlvertretung in Jena
1938Suspendierung wegen Kritik an der nationalsozialistischen Judenpolitik
1940Entzug der Lehrbefugnis
ab 1938Kontakt zu Carl Goerdeler
1943-1945Mitglied der Freiburger Kreise
1945Mitglied der CDU
1945-1946hessischer Minister für Kultus und Unterricht
ab 1946ordentlicher Professor an der Universität Frankfurt/Main
1953-1965Mitglied des Deutschen Bundestages

Biographischer Werdegang

Böhm gehört zu den Mitgründern der Freiburger Schule und den Vordenkern der Sozialen Marktwirtschaft. Seit 1933 arbeitete er mit seinen Kollegen am Konzept der heutigen Wirtschaftsordnung, die er als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats bei der Verwaltung für Wirtschaft, später beim Bundesminister für Wirtschaft, und als MdB umzusetzen half. Die Kartellgesetzgebung ist untrennbar mit seinem Namen verbunden. Noch wichtiger bleibt jedoch Böhms Anteil am Zustandekommen des Luxemburger Abkommens von 1952, in dem sich die Bundesrepublik Deutschland gegenüber dem Staat Israel zu Wiedergutmachungsleistungen verpflichtete. Dies war ein entscheidender Beitrag zur Aussöhnung mit dem Judentum und dem Staat Israel. Gleichzeitig setzte sich Böhm auch für die Wiedergutmachung nach innen ein, indem er das Bundesentschädigungsgesetz mit auf den Weg brachte. Böhm war Hochschullehrer aus Berufung: Neben der Tätigkeit als Politiker behielt er sein Lehramt bei.

Literaturhinweise

Wettbewerb und Monopolkampf (1933). - T. Roser: Protestantismus und Soziale Marktwirtschaft. Eine Studie am Beispiel F. Böhms (1998).

Christine Blumenberg-Lampe