Gronowski, Johannes

* 04.02.1874 in Graudeuz/Westpreußen
27.08.1958 in Paderborn
Maschinenschlosser, Oberpräsident, rk.

Übersicht

1889-1892Maschinen- und Bauschlosserlehre in Berlin
1902-1908Arbeitersekretär des katholischen Arbeitervereins in Dortmund
1908Parteisekretär der Zentrumspartei in Dortmund
1908-1919Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses
1919-1921Mitglied der Preußischen Landesversammlung
1921-1933MdL Preußen sowie Mitglied im Vorstand der Zentrumspartei
1922-1933Oberpräsident der Provinz Westfalen
1933von den Nationalsozialisten entlassen
1946-1950 + 1953-1954MdL Nordrhein-Westfalen (CDU)
1946-1951Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Westfalen

Biographischer Werdegang

Das Wirken von Gronowski im Verbandskatholizismus, in parlamentarischen Funktionen und hohen staatlichen Ämtern der Weimarer Republik und der Bundesrepublik besitzt exemplarische Bedeutung für den Beitrag der Katholischen Arbeiterbewegung zur Bewältigung der politischen und sozialen Probleme Deutschlands im 20. Jahrhundert. Er gehört zu den Männern der Katholischen Arbeiterbewegung, die im Kaiserreich als Arbeitersekretäre Bewusstseinsbildung für die sozialen Probleme der Zeit betrieben, die nach 1918 im demokratisch-parlamentarischen System von Weimar politische Verantwortung übernahmen, die dem NS-Regime widerstanden und die nach 1945 für das ungewisse Wagnis einer interkonfessionellen Partei eintraten. Gronowski profilierte sich in der preußischen Zentrumspartei vor allem als Sozialpolitiker. Er galt in der Weimarer Republik als ministrabel, entschied sich jedoch für das Amt des Oberpräsidenten in Westfalen. Ungeachtet vieler Anfeindungen stellte Gronowski Amt und Person in den Dienst der Republik. Diese Haltung führte zur Entlassung durch die Nationalsozialisten. Nach 1945 lehnte Gronowski die Übernahme von politischen Spitzenämtern wiederholt ab und übernahm nur zögernd den Landesvorsitz der CDU Westfalen. Gronowski konzentrierte sich auf die Durchsetzung des Unionsgedankens in der CDU, was angesichts seiner Reputation im katholischen Milieu für den Aufstieg der CDU im Westen hoch veranschlagt werden muss.

Literaturhinweise

K. Teppe, in: Westfälische Zeitschrift 129 (1979); R.-D. Müller: Das Dienstreisetagebuch des Oberpräsidenten Johannes Gronowski, 1922-1933, in: Westfälische Zeitschrift 150 (2000).

Karl Teppe