Hundhammer, Alois

* 25.02.1900 in Moos/Erding
01.08.1974 in München
Landtagspräsident, Minister, Dr. phil., Dr. oec. publ., rk.

Übersicht

1918Teilnahme am 1. Weltkrieg; Studium der Geschichte, Philosophie, Volkswirtschaft und Staatswissenschaften in München und Budapest
1927-1933stellvertretender Generalsekretär der Bayerischen Christlichen Bauernvereine
1932-1933MdL (BVP)
1939-1945Teilnahme am 2. Weltkrieg
1946Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung (CSU) und Vorsitzender der CSU-Fraktion
1946-1970MdL
1946-1951Vorsitzender der CSU-Fraktion
1946-1950Staatsminister für Unterricht und Kultus
1951-1954Präsident des Bayerischen Landtags
1957-1969Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
1964-1969stellvertretender Ministerpräsident

Biographischer Werdegang

Hundhammer, der dem katholisch-bäuerlichen Milieu Altbayerns entstammte, engagierte sich nach 1918 in der BVP. Im Juni 1933 wurde er von den Nationalsozialisten im KZ Dachau inhaftiert. Nach seiner Entlassung war er zunächst arbeitslos, dann übernahm er eine Schuhreparaturwerkstätte. 1945 gehörte Hundhammer zu den Mitgründern der CSU in München. Als einer der wichtigsten Gegenspieler Josef Müllers wurde er zur Symbolfigur des katholisch-konservativen, bayerisch-traditionalistischen Flügels der CSU. Seine Hausmacht war der Bezirksverband Oberbayern, den er mit einer kurzen Unterbrechung von 1946-1970 führte. Als Vorsitzender der CSU-Fraktion in der Verfassunggebenden Landesversammlung war er führend an der Ausarbeitung der bayerischen Verfassung beteiligt, als Vorsitzender der CSU-Landtagsfraktion gehörte er zu den einflussreichsten Politikern Bayerns. Hundhammer war einer der umstrittensten bayerischen Politiker, wobei vor allem die katholisch-konservative Schul- und Kulturpolitik, für die er als Kultusminister stand, das Bild der Zeitgenossen und der Nachwelt bestimmte. Seine Arbeit als Landwirtschaftsminister ist dagegen fast vergessen. In dieser Funktion setzte sich Hundhammer vor allem für die Stabilisierung der von bäuerlichen Familienbetrieben geprägten Agrarstruktur Bayerns ein.

Literaturhinweise

Mein Beitrag zur bayerischen Politik (1965). - B. Zittel, in: ZGiLB 5 (1982); W. Müller: Schulpolitik in Bayern (1995).

Thomas Schlemmer