Jaeger, Richard

* 16.02.1913 in Berlin
14.05.1998 in Bonn
Jurist, Bundesminister, Dr. jur., rk.

Übersicht

Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in München, Berlin und Bonn
1933-1939in der katholischen Jugend- und Studentenbewegung aktiv
1933Eintritt in die SA
1939-1945Kriegsdienst
1939Assessorexamen
1943Amtsgerichtsrat in Weilheim
1948Promotion
1947-1948Regierungsrat und persönlicher Referent Alois Hundhammers im bayerischen Kultusministerium
1948-1949Erster bzw. Oberbürgermeister von Eichstätt
1949-1980MdB (CSU)
1953-1965und1967-1976Vizepräsident des Deutschen Bundestages
1953-1965Vorsitzender des Bundestags-Ausschusses für Verteidigung
26.10.1965-01.12.1966Bundesjustizminister
1957-1990Präsident der Deutschen Atlantischen Gesellschaft
1984Leiter der deutschen Delegation bei der UN-Menschenrechtskommission
ab 1952im Landesvorstand,
seit 1963im geschäftsführenden Landesvorstand bzw. Präsidium der CSU

Biographischer Werdegang

Jaeger gehörte dem konservativen Flügel der CSU an. Er war ein Gegner des „Kreuther Beschlusses", die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU aufzuheben. Er setzte sich im Deutschen Bundestag für die Abschaffung der obligatorischen Zivilehe ein und lehnte das neue Scheidungsrecht 1976 ab. Im Verteidigungsausschuss engagierte er sich für die Einführung eines Wehrbeauftragten und die zivile Vorrangstellung in der Führung der Bundeswehr. Jaeger prägte das außenpolitische Profil der CSU im Zeichen einer festen Westbindung. Ungeachtet seines Eintretens für die Wiedereinführung der Todesstrafe bei Mord schrieb er als Minister die rechtsstaatlich-liberale Linie bisheriger Justizpolitik fort. So übernahm er die von seinem Amtsvorgänger vorbereitete Teilreform des Strafrechts, lehnte jedoch die nach seiner Amtszeit erfolgte Wendung der Strafrechtsreform ab.

Literaturhinweise

Bundestagsreden und Zeitdokumente (1976). - Deutsche Justizminister 1877-1977 (1977); L. Braun, in: Biographisches Lexikon des KV, 6 (2000); R. Höpfinger, in: U. Kempf/H.-G. Merz (Hg.), Kanzler und Minister 1949-1998 (2001).

Theresia Bauer