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Köhler, Erich

* 27.06.1892 in Erfurt
23.10.1958 in Wiesbaden
Dr. sc. pol., Volkswirt, Bundestagspräsident, ev.

Übersicht

Volkswirtschaftsstudium in Marburg, Berlin, Leipzig und Kiel; vor 1933 DVP, Mitglied des Zentralvorstands in Berlin
1914-1918Kriegsdienst
1919Promotion
1919Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Kiel
1933entlassen („Mischehe"), arbeitslos
1939-1945Versicherungsagent
1945-1949Hauptgeschäftsführer der IHK Wiesbaden
1947-1949Vorstand des Verwaltungsrats der Landeszentralbank Hessen; Mitgründer der CDU Hessen
1946-1949stv. Landesvorsitzender
1946Mitglied der Verfassungsberatenden Landesversammlung Hessen
1946-1947MdL, Vorsitzender der CDU-Fraktion
1947-1949MdWR und dessen Präsident
1949-1957MdB
1949-19501. Präsident des Deutschen Bundestages

Biographischer Werdegang

Köhler war einer jener Politiker, die sich nach 1945 für den Aufbau eines freiheitlich-demokratischen Staatswesen engagierten. Getragen von Verantwortungsbewußtsein verfolgte Köhler eine „Politik der Realitäten" in Abgrenzung zu zurückliegenden „Illusionen". Sein Einsatz in Hessen brachte ihn 1947 in den Wirtschaftsrat der Bizone, der ihn zu seinem Präsidenten wählte. Die erfolgreiche Amtsführung veranlaßte 1949 den Deutschen Bundestag, ihn zu seinem ersten Präsidenten zu bestimmen. Hier zeigte er eine weniger glückliche Hand und war der schwierigen Aufgabe, die harten Auseinandersetzungen zu lenken, nicht gewachsen. Als eine dauerhafte Erkrankung hinzukam, entzog ihm die CDU/CSU-Fraktion ihr Vertrauen und ersetzte ihn durch Hermann Ehlers. In den sieben Jahren, die Köhler dem Deutschen Bundestag noch angehörte, widmete er sich vorwiegend Wirtschaftsfragen, u. a. dem Kartellgesetz.

Literaturhinweise

Ohne Illusionen. Politik der Realität. Reden (1949).

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Wertvolle Dokumente zu Erich Köhler übernommen

Helge Heidemeyer