Kunst, Hermann

* 21.01.1907 in Ottersberg/Kreis Verden
06.11.1999 in Bonn
Theologe, Bevollmächtigter des Rates der EKD,
Militärbischof, D. Dr. theol. DD., ev.

Übersicht

1922-1924Banklehre
1926-1930Theologiestudium in Marburg, Berlin, Münster/Westfalen
1932Pfarrer in Herford/Westfalen
1939-1940 + 1943-1945Divisionspfarrer
1940Superintendent in Herford
1945-1949Mitglied der westfälischen Kirchenleitung
1949/50-1977Bevollmächtigter des Rates der EKD am Sitz der Bundesrepublik Deutschland in Bonn
1955/56-1972evangelischer Militärbischof (Nebenamt)

Biographischer Werdegang

Als Mitglied der Bekennenden Kirche früh in kirchenleitende Funktionen aufgestiegen, wurde der konservativ-lutherische Kunst 1949 zum Bevollmächtigten des Rates der EKD bestellt. Wegmarken seiner auf Ausgleich mit der katholischen Seite (Katholisches Büro Bonn/Büro Böhler) bedachten Tätigkeit waren die Aushandlung und Umsetzung des Militärseelsorgevertrages (1957) sowie sein Einfluss auf die Entstehung des Tübinger Memorandums (1962) und die Ostdenkschrift der EKD (1965). Als Finanzkoordinator nahm er eine bedeutende Rolle u. a. in den innerdeutschen Beziehungen und der Entwicklungshilfe ein. Vielfältige Beziehungen pflegte er zu Politikern aus Union, FDP und SPD. Eng verbunden war Kunst mit Ludwig Erhard, Eugen Gerstenmaier, Gustav Heinemann. Sein großes Prestige belegte die Berufung zum Vorsitzenden der gemeinsamen Schiedsstelle im Bundestagswahlkampf 1980.

Literaturhinweise

Die politische Aufgabe der Kirche (1955); Evangelisches Staatslexikon (3. Aufl. 1987). - K. Aland (Hg.): Credo Ecclesiam (1987); Hermann Kunst im Gespräch mit M. Krauss (1989); H. E. Kalinna: Verbindungsstellen zwischen Staat und Kirchen im Bereich der evangelischen Kirche, in: J. Listl/D. Pirson (Hg.), Handbuch des Staatskirchenrechts der Bundesrepublik Deutschland, 2.2 (1995).

Wolfgang Percy Ott