Lenz, Otto

* 06.07.1903 in Wetzlar
02.05.1957 in Neapel
Jurist, Staatssekretär, Dr. jur., rk.

Übersicht

1921-1924Jurastudium in Freiburg und Marburg
1925Promotion
1928-1933Mitglied der Zentrumspartei
1928Assessor in der Zivilrechtsabteilung des preußischen Justizministeriums
1929-1933dort Pressereferent
seit 1932zugleich persönlicher Referent des Justizministers
1933-1938Versetzung in die Handelsrechtsabteilung
1938als Landgerichtsdirektor von den Nationalsozialisten aus dem Staatsdienst entlassen, Rechtsanwalt am Kammergericht in Berlin
04.10.1944Verhaftung durch die Gestapo und Verurteilung durch den Volksgerichtshof zu vier Jahren Zuchthaus
1945Rechtsanwalt und Notar sowie Mitgründer der CDU in Berlin
1947Mitgründer der Arbeitsgemeinschaft der CDU und CSU Deutschlands als Vertreter Berlins
29.03.1951-08.10.1953Staatssekretär im Bundeskanzleramt
1953-1957MdB (Wahlkreis Ahrweiler-Mayen)
1955Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates

Biographischer Werdegang

Geprägt durch das Scheitern der Weimarer Republik und die Machtergreifung der Nationalsozialisten sah Lenz in einer aktiven Presse- und Informationspolitik den Garanten für das Funktionieren eines demokratischen Systems. Nach 1945, vornehmlich in seiner Zeit als Staatssekretär, wirkte er daher vor allem auf eine Verbesserung der politischen Informationsarbeit im Sinne der amerikanischen public relations hin. Nach seinem Rückzug aus der Regierungsarbeit konzentrierte sich Lenz in seinen letzten Lebensjahren verstärkt auf außen- bzw. europapolitische Themen.

Literaturhinweise

K. Gotto u. a. (Bearb.): Im Zentrum der Macht. Das Tagebuch von Staatssekretär Lenz 1951-1953 (1989).

Regine Jägers