Pfeiffer, Anton

* 07.04.1888 in Rheinzabern/Pfalz
20.07.1957 in München
Lehrer, Minister, Dr. phil., rk.

Übersicht

Studium der Anglistik, Romanistik, Staatswissenschaften und Volkswirtschaft in München und Erlangen
1910-1911Lehramtsprüfung
1913Promotion; bayerischer Schuldienst
1927Gründung einer amerikanischen Schule in München
1918-1933Generalsekretär der BVP
1928-1933MdL Bayern
1933Schutzhaft
ab 01.02.1934wieder im bayerischen Schuldienst
1945Mitgründer der CSU
1946-1950Mitglied des Landesvorstands
ab 10.07.1945leitende Tätigkeit in der Bayerischen Staatskanzlei
1945-1946als Staatssekretär Leiter der Staatskanzlei und 1946 Staatsminister für Sonderaufgaben im Kabinett Hoegner (SPD); unter Ministerpräsident Hans Ehard bis Dezember 1950 erneut Leiter der Staatskanzlei
1946Mitglied des Vorbereitenden Verfassungsausschusses und der Verfassunggebenden Landesversammlung
1946-1950MdL Bayern
1947Mitinitiator des Ellwanger Kreises
1948Vorsitzender des Verfassungskonvents
1948-1949Mitglied des Parlamentarischen Rats und Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion
1950-1951Generalkonsul und
1951-1954Botschafter in Belgien

Biographischer Werdegang

Pfeiffer war bis 1949 wesentlich an der Formulierung und Vertretung der föderalistischen Verfassungspolitik Bayerns beteiligt. Sein Bezugsrahmen war der Reich-Länder-Konflikt in der Weimarer Republik. Die CSU-Landtagsfraktion nominierte ihn im Dezember 1946 zum Kandidaten für die Wahl zum Bayerischen Ministerpräsidenten, die SPD trug jedoch seine Kandidatur nicht mit. Den Höhepunkt seines politischen Einflusses erreichte er 1948/49 als Vorsitzender des Verfassungskonvents auf Herrenchiemsee und als Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion des Parlamentarischen Rats. An der Durchsetzung des Bundesrats bei den Grundgesetzberatungen hatte er großen Anteil. Seine Hoffnungen auf eine bundespolitische Karriere erfüllten sich nicht, weil er bei der Wahl zum ersten Deutschen Bundestag scheiterte.

Literaturhinweise

C. Reuter: Graue Eminenz der Bayerischen Politik (1987); K.-U. Gelberg (Bearb.): Die Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1945-1954, 4 Bde. (1995-2000); C. Reuter-Boysen, in: NDB 20 (2001).

Karl-Ulrich Gelberg