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Pferdmenges, Robert

* 27.03.1880 in Mönchengladbach
28.09.1962 in Köln
Dr. rer. pol. h. c., Bankier, Bundestagsabgeordneter, ev.

Übersicht

1920-1929im Vorstand des A. Schaffhausen‘schen Bankvereins in Köln
1931-1953Teilhaber des Bankhauses Sal. Oppenheim jr. & Cie. (1938-1947 Pferdmenges & Co)
1945Mitgründer der CDP des Rheinlandes
1945-1946Präsident der IHK Köln
1947-1949MdWR (CDU)
1950-1962MdB
1951-1959Vorsitzender des Bundesverbandes des privaten Bankgewerbes

Biographischer Werdegang

Als Konrad Adenauer auf dem 62. Deutschen Katholikentag 1922 in München für eine interkonfessionelle Politik warb, gehörte Pferdmenges, der sich parallel zum beruflichen Aufstieg (den der Großneffe von Friedrich Engels 1902 bei der Berliner Disconto-Gesellschaft begonnen hatte) im rheinischen Protestantismus engagierte, zu Adenauers Bekanntenkreis. Pferdmenges war u. a. Presbyter der evangelischen Gemeinde Köln-Bayenthal, später auch Mitglied der Provinzialsynode des Rheinlandes. Beim Neuanfang 1945 wandte er sich der Parteipolitik zu und wurde zu einer der Schlüsselfiguren im Gründungs- und Konsolidierungsprozeß der CDU. Er vereinigte "in geradezu idealer Kombination beide Elemente, die Adenauer bei den Christlichen Demokraten so dringend brauchte: das wirtschafts-bürgerliche Element und das protestantische" (Hans-Peter Schwarz). Über das legendäre Vertrauensverhältnis zum ersten Bundeskanzler hinaus (das zu dessen einziger Duzfreundschaft führte) erwarb sich Pferdmenges nach 1949 im parlamentarischen Raum als fairer Vermittler bei koalitionspolitischen Konflikten oder bei schwierigen Verhandlungen mit der Opposition großes Ansehen.

Literaturhinweise

C. Silber-Bonz: Pferdmenges und Adenauer. Der politische Einfluß des Kölner Bankiers (1997).

Quellenhinweis

Nach seiner Amtsenthebung als Kölner Oberbürgermeister und während der Verfolgung in den ersten Jahren des „Dritten Reichs“ stand Konrad Adenauer in regem Briefwechsel mit Dora Pferdmenges, der Frau seines besten Freundes Robert Pferdmenges. Die Briefe Adenauers geben auf sehr persönliche Weise Einblick in seine Sorgen und Nöte, werfen aber auch ein Licht auf seine privaten Interessen. Sie entstanden überwiegend im Asyl in der Benediktinerabtei Maria Laach (1933/34), in Potsdam-Neubabelsberg (1934/35), nach der Ausweisung aus dem Regierungsbezirk Köln im Pax-Heim Unkel (1935/36) und während der ersten Jahre in Rhöndorf.

Hans Peter Mensing