Seebohm, Hans-Christoph

* 04.08.1903 in Emanuelssegen/Oberschlesien
17.09.1967 in Bonn
Dr.-Ing., Bergbauingenieur, Bundesminister, ev.

Übersicht

1921-1928Bergbaustudium in Freiburg, München und Berlin
1928-1933Bergbeamter in Halle
1933Promotion in Berlin
1933-1949Direktor und Geschäftsführer bei Bergwerks-, Erdöl- und Maschinenbauunternehmen
1947-1963Präsident der IHK Braunschweig
1947-1948für die Niedersächsische Landespartei/Deutsche Partei (DP) Minister für Arbeit und Aufbau in Niedersachsen
1948-1949Mitglied des Parlamentarischen Rates
1949-1967MdB
1949-1966Bundesverkehrsminister
1959-1967Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft
1960Übertritt zur CDU
1966-1967CDU-Schatzmeister

Biographischer Werdegang

Den nachhaltigsten Eindruck hat der Exponent des rechten Flügels der DP und Funktionär der Sudetendeutschen Landsmannschaft als „Sonntagsredner" hinterlassen. Seebohm hielt Reden, die manche Zweifel an seiner demokratischen Einstellung aufkommen ließen. Doch hinter der populistischen Fassade steckte ein tief christlich geprägter Konservativer und entschiedener Gegner der Nationalsozialisten. Im Parlamentarischen Rat half er besonders bei der Normierung der Freiheitsrechte mit. Als Chef des Verkehrsressorts erwarb er sich bleibende Verdienste beim Aufbau des Fernstraßennetzes und der Lufthansa, im Kabinett war Seebohm über seine Ressortkenntnisse hinaus ein intelligenter Ideengeber. Als einziges führendes Mitglied der DP gelang es ihm, seine politische Karriere nach Übertritt zur CDU fortzusetzen.

Literaturhinweise

I. Nathusius: Am rechten Rande der Union (1992); J. Detjen, in: U. Kempf/H.-G. Merz (Hg.), Kanzler und Minister 1949-1998 (2001).

Ingo Nathusius