Vockel, Heinrich

* 14.06.1892 in Neuhaus/Paderborn
22.01.1968 in Berlin
Ökonom, Reichstagsabgeordneter, Berlin-Beauftragter, Dr. rer. pol., rk.

Übersicht

Abitur in Paderborn, bis 1914 Studium der Landwirtschaft und Nationalökonomie in Münster, München und Berlin
1914-1917Kriegsdienst
1919Promotion
1920-1922Referent im Reichsgeneralsekretariat des Zentrums
1922-1933Generalsekretär
1930-1933Mitglied des Reichstages
1933-1934arbeitslos bzw. Versicherungsvertreter
1934-1950Volontär, Direktor und Vorstandsmitglied der Hertie AG Berlin
Aug. 1944vorübergehend in Haft
1945Mitgründer der CDU in Berlin
1950-1962erster Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland in Berlin

Biographischer Werdegang

Der Wahlberliner Vockel zog aus beiden Weltkriegen die Konsequenz, sich politisch zu engagieren und an der Neugestaltung Deutschlands mitzuwirken. Er gehörte der jungen Generation an, die nach 1918 Verantwortung im Zentrum übernahm. Seit 1922 baute er als Generalsekretär die Partei organisatorisch aus. 1945 gehörte Vockel zu den Mitgründern der CDU in Berlin. 1949-50 ließ er sich von Konrad Adenauer in die Pflicht nehmen und wurde Bevollmächtigter der Bundesrepublik in Berlin. Zwölf Jahre war er politische Brücke zwischen Bonn und Berlin und Gewissen der jungen Bundesrepublik gegenüber der alten Reichshauptstadt. Zu seinen Leistungen gehört die Einbeziehung Westberlins in das Wirtschafts-, Finanz- und Rechtssystem des Bundes und der Aufbau eines dauerhaften ökonomischen Fundaments für den Westteil der Stadt, der dadurch nach dem Mauerbau am 13. August 1961 die Krise durchstehen konnte.

Literaturhinweise

M. M. Schmidt: Auf der Brücke Bonn-Berlin, in: Rheinischer Merkur 16.4.1960; B. Haunfelder: Reichstagsabgeordnete der Deutschen Zentrumspartei (1999).

Klaus Gotto