Rhöndorfer Ausgabe Online
An den Vorsitzenden des Rheinischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes, Superintendent Fritz Haun
, BonnStBKAH 07.14
Sehr geehrter Herr Superintendent1!
Ihren Brief vom 27.1.47 erhielt ich verspätet. Ich habe mich sofort mit der Redaktion der »Kölnischen Rundschau« in Verbindung gesetzt. Ich stimme mit Ihnen völlig darin überein, daß wir peinlichst bemüht sein müssen, alles, was irgendwie verletzt, beiseite zu lassen. Sie können überzeugt sein, daß ich ständig nach dieser Richtung bemüht bin und daß ich im allgemeinen auf das größte Verständnis für diese Haltung auch auf katholischer Seite stoße.
Ich bin mit verbindlichen Grüßen
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Haun, 1921-1946 Pfarrer an der Bonner Luther-Kirche, hatte Kritik an einer Veröffentlichung der ›Kölnischen Rundschau‹ geübt, die in Kreisen der evangelischen Kirche »sehr viel böses Blut« gemacht habe: » … bitte ich dringend alles zu tun, daß wir Evangelischen nicht in unseren Gefühlen verletzt werden …«. Zur Auswertung der Antwort Adenauers vgl. Rudolf Morsey, Konrad Adenauer und die Gründung, S. 10.