Rhöndorfer Ausgabe Online
An den Zentralvorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
, HannoverStBKAH 08.57, ohne Anrede; Druck: Helmuth Pütz (Bearb.), Konrad Adenauer, S. 210f.
Als Sprecher der Christlich Demokratischen Union in der britischen Zone habe ich vor der Wahl bei verschiedenen Gelegenheiten erklärt, daß die CDU bereit ist zur Mitarbeit mit allen politischen Parteien, die ihrerseits zu ehrlicher Mitarbeit entschlossen sind1.
Ihre Partei und die CDU sind als die beiden stärksten Parteien aus dem Wahlkampf hervorgegangen. Stärkste Parteien haben die größte Verantwortung. Namens des Zonenausschusses der CDU erkläre ich Ihnen daher, daß die CDU nach wie vor zu der oben wiedergegebenen Erklärung steht.
Ich bitte mir mitzuteilen, ob Sie auf demselben Boden stehen und bereit sind, Ihre Organisation in der britischen Zone mit entsprechenden Weisungen zu versehen. In diesem Falle würde die CDU dasselbe tun.
Hochachtungsvoll
gez. Adenauer
Dieses Schreiben ist Bestandteil des Protokolls der Tagung des CDU-Zonenausschusses vom 21.-23.10.1946 in Lippstadt; dort von Friedrich Holzapfel bekanntgegeben, wurde es anschließend vom Ausschuss gebilligt.
Ausführliche Hinweise auf diesen Vorgang bei Konrad Adenauer, Erinnerungen 1945-1953, S. 202; hier auch Angaben zum Antworttelegramm Kurt Schumachers vom 28.10.1946 (Zusammenarbeit nur bei Einwilligung der CDU in die Sozialisierungsforderung einer Kölner SPD-Resolution vom 25.9.1946; Veröffentlichung des Telegramms in: ›Die Welt‹‹ vom 29.10.1946, S. 3. – Die Reaktion Adenauers auf dieses Telegramm und die von ihm als Indiskretion empfundene Veröffentlichung geht aus einem Schreiben an Abraham Frowein vom 5.11.1946 hervor; StBKAH 07.10).