Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

16. April 1948 (Rhöndorf)

An General W. Henry Alexander Bishop

, Düsseldorf

StBKAH 07.15, mit ms. Briefkopf »Mitglied des Zonenbeirats«


Sehr geehrter Herr General!

Haben Sie bitte die Freundlichkeit, das beiliegende Schreiben des Bürgermeisters der Stadt Honnef am Rhein an mich vom 15. Apri1 1948 einer Nachprüfung unterziehen zu lassen.

Das wirtschaftliche Leben der Stadt Honnef steht und fällt mit dem Betriebe des Heilbades. Die Honnefer Quellen sind für viele schwere Erkrankungen von größter Bedeutung. Ich meine, es müßte sich ein Weg finden, um sowohl den Interessen der belgischen Besatzung wie auch den Interessen der Stadt Honnef gerecht zu werden.

Ich würde Ihnen sehr dankbar sein, wenn Sie dafür eintreten würden, daß ein solcher Weg gefunden wird1.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)

P.S.: Neuerdings höre ich, daß auch bei den verbliebenen Teilen der Insel Grafenwerth seitens der belgischen Besatzung größere Schwierigkeiten gemacht werden.

D.U.


  1. ^

    Hierzu sind in StBKAH keine weiteren Vorgänge erhalten; vgl. das Schreiben an Stadtdirektor Hoffrone vom 3.5.1948. – Zur geschichtlichen Entwicklung der Stadt Honnef zum Kur- und Badeort, auch zur Nachkriegssituation vgl. den Beitrag von Franz-Georg Weckbecker zu: August Haag (Hg.), Bad Honnef am Rhein. Beiträge zur Geschichte unserer Heimatgemeinde anlässlich ihrer Stadterhebung vor 100 Jahren, Bad Honnef 1962, S. 113-117.