Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

16. Januar 1947 (Rhöndorf)

An Justizminister Dr. Artur Sträter

, Düsseldorf

StBKAH 08.20


Sehr geehrter Herr Sträter!

Verzeihen Sie, wenn ich erst heute dazu komme, Ihren Brief vom 28.12.46 zu beantworten1. Meine Frau und ich danken Ihnen herzlichst für Ihre guten Wünsche zum Neuen Jahr. Wir hoffen, daß das Jahr 1947 auch Ihnen und Ihrer Familie neben unvermeidlicher Schwere doch auch Gutes bringen möge.

Insbesondere hoffe ich, daß Sie im Jahre 1947 viele Erfolge nicht nur in Ihrem Ressort, sondern auch in der Vertretung unserer gemeinsamen Interessen und Ideale im Kabinett haben mögen.
Herrn Löns werde ich Ihren Wunsch wegen der Mitteilung der Übersetzung übermitteln2. Es scheitert einstweilen bei uns noch fast alles an der Raumfrage. Ich denke aber, daß es in einigen Wochen damit besser wird.

Was Ihre Anregung betr. näherer Fühlungnahme mit dem Kabinett angeht, so ist es wohl richtig, wenn eine persönliche Fühlungnahme häufiger stattfindet. Ich denke, daß wir bei Gelegenheit der nächsten Landtagssitzung darüber zu Verabredungen kommen können.

Ich darf Ihnen sagen, daß ich auf enge Zusammenarbeit mit Ihnen schon, seitdem ich Sie kennen gelernt habe, großen Wert lege.

Mit vielen Grüßen
Ihr ergebener
(Adenauer)


  1. ^

    Das Anschreiben Sträters ist nur teilweise lesbar, da auf Rückseite vom Durchschlag des Adenauer-Schreibens überdeckt.

  2. ^

    Sträter hatte (auf Kopfbogen des Justizministers, hier zugleich in seiner Eigenschaft als Lizenzträger der ›Westfalenpost‹; vgl. Peter Hüttenberger, Nordrhein-Westfalen, S. 148f.) um Übersetzungen aus englischen Zeitungen, speziell der »starken oppositionellen Stimmen … zur Deutschlandfrage« gebeten: »Auf diese Weise kann man dem deutschen Volk das sagen, was zu sagen ist, ohne mit den Lizenzbestimmungen in Widerspruch zu kommen.«