Rhöndorfer Ausgabe Online
An Pfarrer Rosch
, Andernach/RheinStBKAH 07.02, mit ms. Briefkopf »Mitglied des Zonenbeirats. Vorsitzender der CDU-Fraktion des Landtags von Nordrhein-Westfalen«
Sehr geehrter Herr Pastor!
Herr Dr. med. J. Michenfelder in Langenbrücken hat mir mitgeteilt, daß er im Kuratorium des dortigen Krankenhauses für die freie Internistenstelle benannt sei1. Er hat mich gebeten, ihn Ihnen als dem Vorsitzenden des Kuratoriums zu empfehlen. Diesem Wunsche des Herrn Dr. Michenfelder komme ich mit besonderem Vergnügen nach. Herr Dr. Michenfelder war vor 1933 in Köln mein Hausarzt. Ich habe ihn als Mensch wie als Arzt genau kennengelernt. Ich halte ihn für einen ausgezeichneten Arzt und ebenfalls für einen ausgezeichneten Charakter. Ich kann Ihnen Herrn Dr. Michenfelder uneingeschränkt als inneren Arzt Ihres Krankenhauses empfehlen. Ich glaube, daß das Krankenhaus eine ausgezeichnete Wahl treffen würde, wenn es Herrn Dr. Michenfelder nehmen würde2.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Adenauer stützt sich hier auf ein – im Original an ihn weitergeleitetes – Schreiben Michenfelders an den Kölner Stadtdirektor und Schwager Adenauers, Williy Suth, vom 14.4.1947.
Eine ähnliche Empfehlung richtete Adenauer am 17.5.1947 an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Wilhelm Boden, der seinerseits am 10.6.1947 über die Einschaltung des Präsidenten der Landesärztekammer von Rheinland-Pfalz berichtete.