Rhöndorfer Ausgabe Online
An Reichsminister a.D. Dr. Hans Bell
, Würgassen/WeserStBKAH 07.13
Sehr verehrter Herr Bell!
Es hat mich sehr gefreut, von Ihnen ein Lebenszeichen selbst zu bekommen1. Ich hatte vor einiger Zeit von Ihrem Verwandten einen Antrag bekommen. Ich halte denselben gerne im Auge.
Ich hatte von Ihrem Verwandten schon gehört, daß es Ihnen einigermaßen gut geht2. Ich freue mich darüber und wünsche Ihnen von Herzen alles Gute. Es würde mir eine besondere Freude sein, wenn wir uns noch einmal sehen würden.
Mit vielen Grüßen
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Bell hatte in seinem Anschreiben (o. D.) vom persönlichen Schicksal berichtet (»[s]eit fast 4 Jahren als total Ausgebombter … im einsamen Weserdorf«) und Vergleiche zwischen der jetzigen Nachkriegszeit und »den verheerenden Erfahrungen von 1918/19« angestellt (»dem wahren Urgrund der Nazi-Erfolge«).
Der Nachname dieses Verwandten, des »Rechtsanwalts und Notars Dr. Ludwig […], meines früheren Anwalts-Sozius«, konnte nicht entziffert werden.