Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

2. Dezember 1946 (Rhöndorf)

An Oberkreisdirektor Heinrich Rönneburg

, Wolfenbüttel

StBKAH 07.11


Sehr verehrter Herr Rönneburg!

Ihre Rückkehr ins politische Leben würde ich mit größter Freude begrüßen1. Ich habe damals, als Sie sich dafür entschieden, Oberkreisdirektor zu werden, meiner Betrübnis, daß Sie damit aus dem politischen Leben doch mehr oder weniger ausscheiden würden, keinen Ausdruck gegeben, weil ich annahm, daß Sie diese Entscheidung schließlich nach reiflicher Überlegung getroffen hätten. Jedenfalls werde ich alles tun, was in meinen Kräften steht, um zu helfen, daß Sie Landtagsabgeordneter Niedersachsen's werden. Ich teile alle Ihre Ansichten über eine dringend nötige Verbesserung der politischen Verhältnisse in Niedersachsen. Ich rechne darauf, Sie demnächst in Lippstadt zu sehen. Dann werden auch sicher Herren aus Hannover anwesend sein, ebenso Dr. Siemer2. Wir können dann, wenn es Ihnen recht ist, die Angelegenheit zusammen besprechen. –

Wenn ich recht im Gedächtnis behalten habe, konnte man in Wolfenbüttel Puppen bekommen. Würde Ihre Gattin zutreffendenfalls vielleicht die große Freundlichkeit haben, uns eine für eine 3-jährige Enkelin zu besorgen?

Mit vielen herzlichen Grüßen für Ihre Frau und Sie
Ihr
(Adenauer)


  1. ^

    Mit Schreiben vom 29.11.1946 hatte Rönneburg um Unterstützung seiner Kandidatur für den im Frühjahr 1947 zu wählenden niedersächsischen Landtag gebeten; zu den von Rönneburg ebenfalls angesprochenen organisatorischen Mängeln und personalpolitischen Querelen in der niedersächsischen CDU vgl. seine Ausführungen vor dem Zonenausschuss in Lippstadt; Druck: Helmuth Pütz (Bearb.), Konrad Adenauer, S. 229f.

  2. ^

    Zur direkten brieflichen Kontaktaufnahme Siemers mit Adenauer vgl. das Schreiben an Hermann Siemer vom 2.12.1946.