Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

22. April 1947 (Rhöndorf)

An Landrat August Dresbach

, Gummersbach

StBKAH 07.13


Lieber Herr Dresbach!

Die Landtagswahl hat uns mehrere Enttäuschungen gebracht1. In besonderem Maße aber finde ich es bedauerlich, daß Sie nicht wiedergewählt sind2. Ich nehme an, daß im Herbst neue Wahlen stattfinden, wenn die Verfassung3 zur Annahme der Bevölkerung vorgelegt werden wird. Ich hoffe, daß dann Ihre Wahl erfolgt. Sorgen Sie bitte, daß einstweilen in der Organisation überall nach dem Rechten gesehen wird.

Mit vielen Grüßen von Haus zu Haus
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)


  1. ^

    Ergebnis der nordrhein-westfälischen Landtagswahlen vom 20.4.1947: CDU 37,5 % (= 92 Sitze), SPD 32,0 % (64), KPD 14,0 % (28), Zentrum 9,8 % (20) und FDP 5,9 % (12). (Adenauers persönlicher Wahlerfolg im Siegkreis-Süd: 52,3 %). Zur Bedeutung dieses Ergebnisses (CDU-Verluste von über 8% gegenüber den Herbstwahlen 1946) vgl. Walter Först, Geschichte, S. 249f., 256 und Peter Hüttenberger, Nordrhein-Westfalen, S. 241. – Der Abgeordnetenausweis Adenauers für den nordrhein-westfälischen Landtag datiert ebenfalls vom 20.4. 1947.

  2. ^

    Dresbach war im Oberbergischen (Wahl-) Kreis Nord einem SPD-Kandidaten unterlegen (SPD 40,3 %°/o, CDU 37,4 %). In seiner Antwort – und der darin vorgenommenen Wahlanalyse – vom 1.5.1947 gab er als ausschlaggebende Gründe an: den starken Einfluss der Industriearbeiterschaft sowie (dies nicht näher begründet) die Auswirkungen belgischer Besetzung in dieser Region.

  3. ^

    Zu den Vorbereitungen einer nordrhein-westfälischen Landesverfassung (beschlossen am 28.6.1950) mehrere Belege in der enthaltenen Korrespondenz mit Georg Jöstingmeier und Herbert Scholtissek.