Rhöndorfer Ausgabe Online
An Landrat Dr. August Dresbach
, Ohlhagen bei DieringhausenStBKAH 07.18.
Sehr geehrter Herr Dresbach!
Mein Sohn Konrad wird Ihnen wegen des Holzes nähere Mitteilung machen.
Der neue Bezirkskommandant ist ein sehr verständiger und netter Mann. Sie werden sich sicher mit ihm vertragen1
Ich möchte augenblicklich mich nicht in eine schriftliche Diskussion mit Ihnen über Föderalismus und Zentralismus begeben, da ich so wenig Zeit habe. Ich hoffe, wir können gelegentlich einmal mündlich darüber sprechen. Aber bitte, überlegen Sie sich folgende Frage: Glauben Sie, daß es im gegenwärtigen Augenblick Zweck hat oder auch nur opportun ist, den Zentralismus in Deutschland zu pro[pa]gieren? Ich bin nicht dieser Ansicht.
Wegen Ihrer Tochter Ursula2 werde ich versuchen, Vorschläge zu machen. Ich komme darauf noch zurück.
Mit herzlichen Grüßen von Haus zu Haus
Ihr
(Adenauer)
Dresbach hatte am 19. 2.1948 über Auseinandersetzungen mit der britischen Militärregierung berichtet (Frage seiner Berechtigung, als Landrat Reden im Kreistag halten zu können) und sich kritisch mit »der wiedererstandenen deutschen Kleinstaaterei« beschäftigt (Föderalismus und Demokratie »gedeihen nur auf Weizenboden«, also bei günstigen wirtschaftlichen Bedingungen).
» … Studentin in Bonn …, hat das Glück gehabt, bei der Verlosung von Landarbeitsplätzen in der Schweiz einen Gewinn zu ziehen, … ob Sie mir nicht einige Adressen geben könnten …«.