Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

24. Februar 1947 (Rhöndorf)

An Ria Reiners

, Mönchen-Gladbach

Original in Privatbesitz Ria Reiners; eigenhändig


Liebe Ria!

Wir haben nichts von Dir gehört, nichts von Walter, nichts von Deinen Kindern. Gib uns doch recht bald Nachricht.

In der Zwischenzeit war ich in Berlin und in Hamburg1. Am Sonntagabend 11 Uhr bin ich todmüde und stark erkältet zurückgekehrt. Heute geht es wieder nach Düsseldorf, morgen und übermorgen nach Köln. Am Mittwochnachmittag ist bei Max Taufe2. Gisela hat eine kleine Brustentzündung, sie ist noch nicht nach Hause zurück.

Libet hat am 4. und 5.3. ihr mündliches Examen, sie scheint sehr aufgeregt zu sein3.

Mutter ist ziemlich unverändert. Kannst Du sie für den Frühling auf 8-14 Tage zu Dir einladen? Ich glaube, das wäre die beste Erholung.

Ich hoffe, daß es Euch allen relativ gut geht, daß Du auch rechtzeitig Kohlen bekommen hast.

Nehmt alle, insbesondere Du, einen recht herzlichen Gruß und Kuß von Deinem
V.


  1. ^

    Vgl. das Schreiben an Johannes Albers vom 17.2.1947.

  2. ^

    Taufe der 1947 geborenen Tochter Bettina von Max und Gisela Adenauer.

  3. ^

    Adenauers Tochter Libet hatte an der höheren Schule des Herz Jesu-Klosters in Pützchen b/Beuel ihr Abitur bestanden; hierzu ist in StBKAH 07.02 ein am 26.3.1947 an Kultusminister Heinrich Konen gerichtetes Immatrikulationsgesuch erhalten.