Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

25. April 1947 (Rhöndorf)

An Karl Müller

, Bad Godesberg-Friesdorf

StBKAH 08.20


Sehr geehrter Herr Müller!

Ihre Informationen bezüglich des Herrn Budde stimmen nicht1. Herrn Budde's Vergangenheit ist durchaus einwandfrei. Er ist bis zum Jahre 1937 oder 1938 bei unserer Botschaft in Rom tätig gewesen. Er war lange Zeit im Vorzimmer des Herrn Köpke im Auswärtigen Amt. Das ist eine Stelle, auf die man nur einen Mann setzt, der wirklich etwas kann und versteht. – Ihr Urteil über den außenpolitischen Ausschuß der CDU teile ich im allgemeinen2. Ich glaube aber auch nicht, daß er Weltgeschichte machen wird.

Mit freundlichen Grüßen
(Adenauer)


  1. ^

    Das Anschreiben Müllers datiert vom 23.4.1947; neben persönlichen Bedenken gegenüber Eugen Budde (Zweifel an dessen Eignung als einer der außenpolitischen Experten der CDU) enthält es kritische Anmerkungen zur inflationären Anhäufung außenpolitischer Organisationen und Vereinigungen: » …daß wir in Deutschland allmählich soviele Klubs für auswärtige Politik haben, daß, dem französischen Plan entsprechend, jedes deutsche Land in dieser Sparte selbständig ist.« (Hierzu in Abschrift beigefügt: ein Schreiben des Oberbürgermeisters von Rheydt, Marcus, an den Präsidenten des Deutschen Städtetages, Hermann Pünder, vom 22.3.1947).

  2. ^

    Vgl. das Schreiben an Karl Arnold vom 10. Februar 1947.