Rhöndorfer Ausgabe Online
An Dr. Hans Dichgans
, Berzdorf bei BrühlStBKAH 07.18
Sehr geehrter Herr Dichgans!
Auf Ihren Brief vom 17.11.1947 erwidere ich Ihnen ergebenst, daß wir entschieden für ein Mehrheitswahlrecht eintreten1. Was Ihre weiteren Vorschläge bezüglich des Eisenschecks2 angeht, so empfehle ich Ihnen, sich an Herrn Dr. Semler, den Direktor des Amtes für Wirtschaft, Frankfurt (Main), zu wenden. Die Auswahl geeigneter Abgeordneter ist ganz außerordentlich schwer, weil namentlich bei einem Mehrheitswahlsystem den örtlichen Stellen die Entscheidung überlassen werden muß.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr ergebener
(Adenauer)
Vgl. das Schreiben an Josef Hofmann vom 10.2.1948.
Zur »Verbesserung der Bewirtschaftung« hatte Dichgans angeregt: a) »Umtausch alter Textilien gegen neue«, b) »an jeden Einwohner einen Eisenscheck von 500 gr [zu verteilen]. Bei 40 Millionen Einwohnern macht das 20.000 t Eisen, also weniger als 1 % selbst unserer jetzigen minimalen Eisenerzeugung. Der einzelne könnte sich daraufhin Nägel, einen Kochtopf oder ähnliche Ware beschaffen.«