Rhöndorfer Ausgabe Online
An Frau Professor Dr. Marga Bungart
, KrefeldStBKAH 07.13
Sehr geehrte Frau Bungart1!
Herzlich gerne komme ich Ihrem Wunsche nach. »Allmächtig« bin ich zwar nicht, aber ich werde versuchen, daß Ihr Sohn in Köln zugelassen wird. Am besten sendet er mir einen mit den nötigen Unterlagen versehenen Antrag für die Universität Köln oder die medizinische Fakultät – er muß sich erkundigen, wohin der Antrag zu richten ist und was ihm beigefügt werden muß – ein. Ich werde ihn dann direkt weitergeben2. Ich freue mich, daß Ihr Sohn zurück ist. Ich hoffe, daß es Ihnen verhältnismäßig gut geht, und bin mit herzlichen Grüßen, auch von meiner Frau,
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Marga Bungart, Ehefrau des Kölner Mediziners Prof. Dr. med. Jacob Bungart (1882-1944), hatte sich am 18.12.1946 wegen der Studienpläne ihres Sohnes Heribert (geb. 1924) an Adenauer gewandt.
Das am 7.3.1947 an den Rektor der Universität Köln, Prof. Kroll, gerichtete Empfehlungsschreiben enthält unter anderem Hinweise auf »den mir bekannte[n] Professor Dr. Bungart, … ist aus politischen Gründen im Dritten Reich ins Gefängnis geworfen worden und ist dort umgekommen.«