Störer Jahresbericht

Rhöndorfer Ausgabe Online

29. August 1947 (Rhöndorf)

An Peter Josef Schaeven

, Köln-Marienburg

StBKAH 08.53, Durchschlag an Dr. Josef Löns, Köln-Marienburg


Sehr geehrter Herr Schaeven!

Die Ausführungen Ihres Briefes vom 26. d. Mts. entsprechen im großen und ganzen meinen Ansichten1. Die Ursache zu dem von Ihnen beklagten Mangel erblicke ich vornehmlich in der allgemeinen Müdigkeit und täglichen Not. Ich bin der Überzeugung, daß der auch von mir vermißte Schwung und auch die von mir gewünschte Begeisterung erst dann wieder sich einstellen werden, wenn man sieht, daß es bergauf geht. Als wir unsere Parteiarbeit begannen, hatte wir alle noch Hoffnung auf ein mehr oder weniger schnelles, neues Emporsteigen. Unsere Hoffnungen sind aber so bitter enttäuscht worden wie möglich.

Den Gedanken der Parteischule2 halte ich im Auge. Aber auch hier ist die Frage der Mittel entscheidend.

Dankbar begrüße ich Ihre Erklärung, daß Sie Ihre großen rednerischen Fähigkeiten3 bei geeigneten Gelegenheiten weiterhin zur Verfügung stellen werden.

Mit vielen Grüßen
Ihr
(Adenauer)

Herrn Dr. Löns

Wie ist es mit den Plänen für eine Parteischule?

(Adenauer)


  1. ^

    Das Anschreiben ist in StBKAH nicht erhalten.

  2. ^

    Vgl. das Schreiben an Franz Etzel vom 15.9.1947.

  3. ^

    Vgl. die (mit »Ovationen und brausende[m], rauschende[m] Beifall« aufgenommene) Rede ›Sterne in der Nacht‹, die Schaeven kurz zuvor, am 14.7.1947, auf dem CDU-Parteitag in Recklinghausen gehalten hatte; Druck: Helmuth Pütz (Bearb.), Konrad Adenauer, S. 352-362.