Rhöndorfer Ausgabe Online
An Franz Blücher
, Essen-BredeneyStBKAH 07.04
Lieber Herr Blücher!
Herzlich danke ich Ihnen für Ihren freundlichen Brief vom 30.12.1947, über den ich mich im Gedenken an das gute persönliche und sachliche Verhältnis, das uns verbindet, sehr gefreut habe1. Sie haben völlig Recht, unsere Wege mögen hier und da verschieden sein, im Grunde und im Ziel sind wir der gleichen Überzeugung2.
So hoffe ich denn, daß das Jahr 1948 uns bei den wichtigen und entscheidenden Fragen und Problemen, die es dem deutschen Volke bringen wird, in gemeinsamer vertrauensvoller Arbeit finden wird.
Es ist mir immer eine Freude, mit Ihnen persönlich zusammenzutreffen. Ich hoffe, daß das demnächst in Hamburg der Fall sein wird.
Mit vielen Grüßen
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Blücher in seinem Anschreiben: »Unsere politischen Wege sind nicht die gleichen. Letzten Endes geht es aber nicht darum, sondern daß das eine Ziel uns gemeinsam ist, nämlich die Verteidigung der Rechte der nur durch das Gewissen gebundenen Freiheit des Menschen, und um die Wiedererstehung unseres Volkes.«
Hierzu, unter Verwendung dieses Briefes, Hans-Peter Schwarz, Die Ära Adenauer 1949-1957, S. 29.