Rhöndorfer Ausgabe Online
An den Oberdirektor des Verwaltungsrats des Vereinigten Wirtschaftsgebiets, Oberbürgermeister Dr. Hermann Pünder
, KölnStBKAH 07.06
Lieber Herr Pünder!
Zu Ihrem 60. Geburtstag sende ich Ihnen recht von Herzen kommende Glückwünsche. Sie begehen diesen Tag an der Schwelle einer neuen, höchst verantwortungsvollen Tätigkeit in voller körperlicher und geistiger Frische1. Damit erweist Ihnen Gott nach dem Schweren, das Sie erlitten haben, eine große Gunst: Die Möglichkeit einer großen und segensreichen Tätigkeit. Ich wünsche Ihnen, daß Sie in dieser vollen Erfolg haben werden zum Wohle von uns allen und zu Ihrer eigenen Befriedigung.
Ich wünsche Ihnen weiter, daß Ihnen noch viele Jahre voller Gesundheit im Kreise der Ihren beschieden sein mögen.
Leider kann ich nicht persönlich Ihnen meine Glückwünsche aussprechen, weil ich am 1. April an einer Sitzung des Zonenausschusses in Minden teilnehmen muß.
Mit recht herzlichen Grüßen bin ich, wie immer,
Ihr
(Adenauer)
Pünder war am 2.3.1948 zum Oberdirektor des Frankfurter Verwaltungsrats gewählt worden; vgl. seine eigenen Erinnerungen (Von Preußen, S. 327-329) an ein für seine Kandidatur vorentscheidendes Gespräch mit Adenauer am 29.2.1948 (ebd., S. 321f.) sowie die Darstellung seines Sohnes Tilman Pünder, Das bizonale Interregnum, S. 147-152. – Auf die Antwort Pünders (17.4.1948) auf dieses Schreiben Adenauers verweist Rudolf Morsey, Konrad Adenauer und die Gründung, S. 103.