Rhöndorfer Ausgabe Online
An Konsul Leopold Decorte
, Köln-KlettenbergStBKAH 07.13, mit ms. Briefkopf »Vorsitzender der CDU der brit. Zone«
Sehr geehrter Herr Konsul!
Mit bestem Dank bestätige ich den Empfang Ihres Schreibens vom 25. d. Mts. nebst Anlage1. Ich erlaube mir, meiner großen Genugtuung über die Aufklärung Ausdruck zu geben. Wenn Belgien verlangt, daß seine Ansprüche auf Stromlieferung auch wirklich erfüllt werden, so ist über die Berechtigung dieses Anspruchs kein Wort zu verlieren. Ich glaube, daß jede zukünftige Regierung in Deutschland alles tun wird, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr sehr ergebener
(Adenauer)
Als Anlage von Decorte (bis zu seinem Tode 1951 belgischer Konsul in Köln) übermittelt: ›Bericht über die Ansprüche Belgiens an Deutschland‹, angelehnt an eine Note des belgischen Außenministeriums, zu der deutsche Pressekritik an belgischen Memoranden vom November 1946 und Januar 1947 Anlass gegeben hatte (deutsche Besorgnis, dass die »Übertragung gewisser Elektrizitätswerke ... zur Folge [hätte],…daß die Stadt Köln und ihr umliegendes Industriegebiet des größten Teiles ihrer Elektrizitätsversorgung beraubt« würden; belgische Richtigstellung, dass »es Sache Deutschlands [ist], daß durch regelmäßige und zufriedenstellende Lieferungen, nicht durch eventuelle Eigentumsübertragungen, ... dieser oder jener Wirtschaftszweig Deutschlands in Mitleidenschaft gezogen wird«).