Rhöndorfer Ausgabe Online
An den Wirtschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen
, DüsseldorfStBKAH 08.63, ohne Anrede
Herr Regierungspräsident Warsch, Köln, übersendet mir Abschrift seines Schreibens an Sie vom 20. Oktober d. Js. betreffend Stillegung von Braunkohlengruben1.
Den darin ausgesprochenen Wunsch des Herrn Regierungspräsidenten Warsch, die Gruben nicht stillzulegen, sondern der Bevölkerung des Kölner Raumes eine höhere Zuteilung zu gewähren, unterstütze ich auf das wärmste. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, daß die Bevölkerung auch eine teilweise Stillegung der Braunkohlengruben nicht verstehen würde. Man sollte in diesem Winter alles vermeiden, was irgendwie geeignet ist, böses Blut in der Bevölkerung hervorzurufen2.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
(Adenauer)
Der konkrete Anlass für das Schreiben des Kölner Regierungspräsidenten Wilhelm Warsch: das »Brachliegen der Rheinschiffahrt« (infolge außergewöhnlichen Niedrigwassers), die daraus resultierenden Schwierigkeiten beim Abtransport der Braunkohle von Wesseling aus nach Süddeutschland und die nunmehr bekanntgewordenen britischen Pläne, der Transportbeeinträchtigung entsprechend »die Braunkohleförderung … zu drosseln«.
Ein schriftlicher Bescheid des Wirtschaftsministers Nölting ist in StBKAH nicht erhalten.